Frage
Heiliger Vater, vor einem Jahr genau waren Sie in Köln bei der Jugend; und da haben Sie, glaube ich, auch mitbekommen, dass die Jugend wahnsinnig aufnahmebereit ist, dass Sie persönlich sehr gut angekommen sind. Haben Sie bei dieser Reise vielleicht auch eine spezielle Botschaft an die jungen Leute?
Benedikt XVI.
Ich würde zunächst einmal sagen: Die Botschaft ist: Ich freu' mich, dass es junge Menschen gibt, die beieinander sein wollen, die im Glauben beieinander sein wollen, und die eben etwas Gutes tun wollen. Denn die Bereitschaft zum Guten ist in der Jugend sehr stark. Die vielen Volontariate...! Die Suche, in den Nöten dieser Welt selbst auch etwas auszurichten, ist etwas Großes. Darin zu ermutigen, wäre ein erster Impuls: Macht weiter! Sucht nach Gelegenheiten, Gutes zu tun! Die Welt braucht solchen Willen, braucht solchen Einsatz. Und dann würde ich sagen, ein spezielles Wort wäre vielleicht: Der Mut zu endgültigen Entscheidungen! Es ist viel Großmut in der Jugend da, aber das Risiko, sich ein Leben lang zu binden, sei's in der Ehe, sei's im Priestertum, das wird gescheut. Die Welt ist in dramatischer Bewegung. Ständig. Kann ich jetzt schon über das ganze Leben mit seinen unabsehbaren künftigen Ereignissen verfügen? Binde ich da nicht meine Freiheit selber und nehme etwas von meiner Beweglichkeit weg? Den Mut zu wecken, endgültige Entscheidungen zu wagen, die in Wirklichkeit erst Wachstum und Vorwärtsbewegung, das Große im Leben ermöglichen, die nicht die Freiheit zerstören, sondern ihr erst die richtige Richtung im Raum geben: das zu riskieren - diesen Sprung sozusagen ins Endgültige - und damit das Leben erst richtig ganz anzunehmen, das würde ich schon gern weitergeben.






