Frage
Heiliger Vater, Stichwort Papstreisen. Sie sind ja im Vatikan, vielleicht zu ihrem eigenen Leidwesen, ein bisschen weit weg von den Menschen und von der Welt abgeschlossen, auch hier wunderbar in Castel Gandolfo. Aber Sie werden auf der anderen Seite bald achtzig Jahre alt. Meinen Sie, Sie können mit Gottes Hilfe noch viele Reisen machen? Haben Sie eine Ahnung, welche möchten Sie machen? Ins Heilige Land? Brasilien? Wissen Sie schon?
Benedikt XVI.
Nun, ganz so einsam bin ich nicht. Natürlich gibt es sozusagen die Burg, die den Zutritt schwierig macht, aber es gibt eine päpstliche Familie, jeden Tag viele Besuche, vor allen Dingen, wenn ich in Rom bin. Die Bischöfe kommen, andere Menschen kommen, Staatsbesuche, die aber auch persönlich und nicht nur politisch mit mir reden wollen. Insofern ist es doch eine Vielfalt von Begegnungen, die mir Gott sei Dank immer geschenkt wird. Und das ist ja auch wichtig, nicht wahr, dass der Sitz des Petrusnachfolgers ein Ort der Begegnungen ist. Seit Johannes XXIII. hat sich eingependelt, dass nun auch die Gegenbewegung da ist, dass Päpste Besuche machen. Ich muss sagen, ich fühle mich nicht sehr stark, um noch viele große Reisen anzuzetteln, aber wo sie eine Botschaft ausrichten können, wo sie wirklich einem Wunsch entsprechen, da möchte ich in den Dosierungen, die mir möglich sind, hingehen. Es ist vorgesehen: Nächstes Jahr trifft sich in Brasilien die CELAM, die Vereinigung der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen; und dort dabei zu sein ist, glaube ich, ein wichtiger Vorgang in dem ganzen Drama, das Südamerika einerseits erlebt, und in der ganzen Kraft der Hoffnung, die dort auch wirksam ist. Dann möchte ich ins Heilige Land gehen und hoffentlich es in Frieden betreten können. Und im Übrigen wird man sehen, was die Vorsehung an mich heranträgt.






