Christliche Kirchen laden in die offenen Gotteshäuser - 100.000 besuchten im Vorjahr in Wien die offenen Kirchen
Wien, 30.5.06 (KAP) Die christlichen Kirchen laden am 9. Juni in Wien und Linz zur zweiten "Langen Nacht der Kirchen". Insgesamt rund 200 Kirchen in beiden Städten öffnen von 18 Uhr bis 1 Uhr früh ihre Tore und bieten Interessierten ein buntes und mit rund 1.000 Veranstaltungen sehr umfangreiches Programm aus speziellen Kirchenführungen, Gebeten, Ausstellungen, Lesungen und Konzerten für jeden Musikgeschmack. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Zur Orientierung über die Wiener Programmpunkte wurde ein Programmheft herausgegeben. Auch im Internet können Interessierte unter "www.langenachtderkirchen.at" über eine Wienkarte, den Kirchennamen oder die Uhrzeit nach einzelnen Programmpunkten suchen. Die Premiere der "Langen Nacht der Kirchen" hatte im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher in die Wiener Kirchen gelockt.
Eröffnung mit Glockengeläut
In Wien werden Kirchenglocken in der ganzen Stadt am 9. Juni um 17.50 Uhr gemeinsam die "Lange Nacht" einläuten. Die offizielle Eröffnung erfolgt um 18 Uhr mit einer ökumenischen Vesper unter dem Motto "Christsein überschreitet Grenzen" in der Kirche "Maria am Gestade". Vertreter aller christlichen Kirchen, Kardinal Christoph Schönborn, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelisch-lutherische Bischof Herwig Sturm, nehmen daran teil. Gleichzeitig startet in rund 180 Wiener Kirchen unterschiedlicher Konfession das individuelle Programm für den Abend und die Nacht.
So wird in der evangelischen Stadtkirche (1010, Dorotheergasse 18) der Autor Michael Köhlmeier ab 20.30 Uhr im Rahmen der Präsentation der Telefonseelsorge aus seinem Buch "Nachts um eins am Telefon" lesen. In der Karlskirche kommentieren Prominente aus der Film- und Medienbranche ihre Lieblingsbibelstelle. Im Heiligenkreuzer Hof führt Abt Gregor Henckel-Donnersmarck persönlich durch die sonst nicht zugängliche Bernardikapelle. In einem ganz besonderen Licht zeigt sich der Stephansdom in der "Langen Nacht": "Gott in Farbe sehen" lautet der Titel einer Lichtinstallation, bei der hunderte Lampen den Dom in immer wechselnde Lichtphasen tauchen werden.
Insgesamt mehr als 300 Konzerte decken jeden Musikgeschmack ab - von elektronischer Musik über Orgelkonzerte, gregorianischen Choral bis hin zum Gospelgesang. Kinder können in der Votivkirche "auf den Spuren der Kirchenmäuse" die versteckten Schätze des Gotteshauses entdecken oder in der Pfarre Unter St. Veit vor dem Don Bosco-Haus (1130 Wien, St. Veit-Gasse 25) mit dem Fesselballon in die Luft steigen und den Blick auf die Kirche aus der Vogelperspektive genießen. Für die Erwachsenen gibt es neben zahlreichen kunsthistorischen Führungen auch die Möglichkeit sonst schwer zugängliche Orte wie Katakomben oder Kirchtürme zu besichtigen.
Besondere Angebote gibt es auch für Fußballfans. In einigen Kirchen können die Spiele des ersten Tages der Fußball-Weltmeisterschaft auf Leinwänden mitverfolgt werden. In der Kapuzinerkirche (1010, Neuer Markt) wird zuerst die zweite Halbzeit des WM-Eröffnungsspiels Deutschland gegen Costa Rica übertragen, anschließend wird über Fußball und Religion diskutiert. In der Pfarrkirche St. Othmar (1030 Wien, Kolonitzplatz 1) steht die gesamte "Lange Nacht der Kirchen" unter dem Motto "Ecuador". Neben Führungen auf den dritthöchsten Kirchturm der Stadt und einer musikalischen und kulinarischen Reise durch Lateinamerika, kann man dort ab 21 Uhr das WM-Spiel Polen gegen Ecuador mitverfolgen.
"Lange Nacht" in der Linzer City
Erstmals findet heuer auch in Linz eine "Lange Nacht der Kirchen" statt. In 15 Kirchen in der Linzer City wird am 9. Juni von 20 bis 24 Uhr wird ein vielfältiges Programm geboten. In Linz beginnt die Kirchennacht um 19 Uhr mit einer ökumenischen Vesper im Mariendom mit Bischof Ludwig Schwarz und dem oberösterreichischen evangelischen Superintendent Gerold Lehner. Anschließend laden rund 60 Programmpunkte, von einer Diskussion zwischen Dompfarrer Maximilian Strasser und dem Karikaturisten Gerhard Haderer zum Verhältnis von Kirche und Kritik, über Bibeltheater, künstlerische Ereignisse und eine Vielzahl religiöser Angebote in die 15 offenen Kirchen ein.
Neben dem Linzer Mariendom und dem Alten Dom nehmen u.a. auch die Martinskirche (eine der ältesten Kirchen Österreichs), die Ursulinenkirche, die Karmelitenkirche, die Elisabethinenkirche, die Stadtpfarrkirche Urfahr und die evangelische Martin-Luther-Kirche teil.






