Familienverbands-Präsident Steindl begrüßt das Vorhaben der neuen Bundesregierung, die Erziehungs- und Betreuungsleistungen der Familien besser abzugelten, fordert aber Valorisierung der Familiengelder und Erhöhung des Alleinverdiener-Absetzbetrages
Wien, 24.11.08 (KAP) "Die stärkere Abgeltung von Betreuungs- und Erziehungsleistungen der Familien bei Pension und Krankenversicherung, ist ein positives Vorhaben der neuen Bundesregierung", sagte Prof. Clemens Steindl, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ) am Montag zum neuen Regierungsprogramm. Damit werde "den Familien signalisiert, dass die Erfüllung ihrer Aufgaben wertvolle Leistungen für den Zusammenhalt der Gesellschaft darstellen". Einer der "Wermutstropfen" im Koalitionspakt ist aber "die Nichterfüllung der Forderung nach Valorisierung der Familiengelder", so Steindl. Bedauerlich sei auch die Tatsache, dass die Alleinverdienerhaushalte steuerlich nicht angemessen berücksichtigt werden: "Es wird immer Fälle geben, bei denen es nahezu unmöglich ist, dass beide Elternteile erwerbstätig sind. Dies wird steuerlich leider noch immer nicht anerkannt". Eine Erhöhung des Alleinverdiener-Absetzbetrages sei notwendig.
"Die im Regierungsübereinkommen festgeschriebene beitragsfreie Pensionsversicherung ab der Pflegestufe 3 für pflegende Angehörige ist ein begrüßenswerter Schritt", betonte Steindl. Es handle sich um eine "zentrale Forderung des Katholischen Familienverbandes". Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Personen würden innerhalb der Familien betreut. Vielen pflegenden Angehörigen sei die Bedeutung einer eigenständigen sozialrechtlichen Absicherung zum Zeitpunkt der Betreuung nicht bewusst, da sie sich zumeist durch die Mitversicherung beim Partner abgesichert fühlen. "17,8 Prozent der pflegenden Angehörigen verfügen über keine Pensionsversicherung", erinnerte Steindl.
"Erfreulich ist ebenfalls die Erhöhung der Familienbeihilfe für behinderte Kinder", so der Präsident des Katholischen Familienverbandes. Auch die "Schließung der Lücken bei der Pflegefreistellung" gebe Anlass zu Hoffnung. Steindl erwartet in diesem Zusammenhang die Ausdehnung der Pflegefreistellung auf den stationären Krankenhausaufenthalt des Kindes. Derzeit besteht der Anspruch auf maximal zwei Wochen Pflegefreistellung nur, wenn das Kind zu Hause gepflegt wird. Eine Ausdehnung auf den Krankenhausaufenthalt wäre sinnvoll, da eine Begleitung der Kinder im Krankenanstaltengesetz vorgesehen ist, so der KFÖ-Präsident.
Regierungspakt: Familienverband sieht plus und minus






