Kardinäle befürworten Boykott von "Sakrileg"
Aber eine offizielle Stellungnahme der Kirche würde das Werk "zu ernst nehmen"
Vatikanstadt-Rom, 8.5.06 (KAP) Der emeritierte Kurienkardinal Luigi Poggi und der Präfekt der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Francis Arinze, haben einen Boykott von Dan Browns Besteller-Roman "Sakrileg" ("Da Vinci-Code") und des gleichnamigen Films befürwortet. Einen solchen Appell zu formulieren, sei aber Aufgabe der Laien, sagte Poggi der italienischen Tageszeitung "La Repubblica". Er selbst nannte die Lektüre des Buches eine Zeitverschwendung. Poggi begrüßte zugleich, dass die Kirche sich nicht offiziell äußere. Dies würde das Werk zu ernst nehmen.
Arinze riet den Laien, rechtlich gegen den Film vorzugehen. Das Blatt zitierte den Kardinal in einer vorab veröffentlichten Stellungnahme eines Filmbeitrags des Journalisten Mario Biasetti, der unter dem Titel "Der Da Vinci Code: Ein meisterhafter Betrug" erscheinen soll. Jene, die Christus beleidigten, nützten die Bereitschaft der Christen zur Vergebung aus, sagte Arinze.
Poggi zeigte sich verwundert über den Erfolg des Werkes von Dan Brown. Wer die Tatsachen kenne, wisse, dass das im Buch Erzählte falsch sei. Allerdings könne man nun die Gelegenheit nutzen, um erneut die Wahrheit darzulegen, so der Kardinal.
Zuvor hatte bereits der Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof Angelo Amato, zu einem Boykott an den Kartenschaltern aufgerufen und "Sakrileg" als beleidigend, verleumderisch und fehlerhaft bezeichnet. Schon vor längerer Zeit hatte der Erzbischof von Genua, Kardinal Tarcisio Bertone, zum Kaufboykott des Dan Brown-Bestsellers aufgefordert. In einem Interview mit "Radio Vatikan" sagte der Kardinal damals, der Roman sei voll von Lügen und Verfälschungen über die Geschichte des Christentums und die Evangelien.






