Tschechischer Theologe: Thesen des "Da Vinci-Code" sind "Unsinn"
Prag, 5.5.06 (KAP) Der tschechische katholische Theologe Prof. Tomas Halik - einer der führenden Intellektuellen des Landes - hat die Grundthese des millionenfach verkauften Thrillers "Da Vinci-Code" als "völligen Unsinn" bezeichnet. Die aus der gnostischen Tradition stammende Grundthese läuft darauf hinaus, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war. Gerade in der atheistisch geprägten tschechischen Gesellschaft, in der die religiöse Allgemeinbildung schlecht sei, könne die Verbreitung des Buches "zu großer Verwirrung führen", bedauerte Halik. Die tschechische Übersetzung von Browns Thriller wurde seit 2003 schätzungsweise 250.000 Mal verkauft.
Die tschechische katholische Kirche hat Dan Browns Bestseller "Sakrileg" mit den umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen verglichen. Die Spekulationen Browns seien ein "mindestens ebenso schwer wiegender Angriff" auf die Überzeugung von Gläubigen wie die Karikaturen über den Propheten Mohammed, betonte der Sprecher der Tschechischen Bischofskonferenz, Martin Horalek, in einem Gastkommentar für die Tageszeitung "Mlada Fronta Dnes". Der einzige Unterschied bestehe darin, "dass die Christen dank ihrer kulturellen Tradition deswegen nicht auf die Straße gehen, nicht gewalttätig werden oder gar zur Ermordung von Dan Brown aufrufen". Es sei "niederträchtig", die religiösen Überzeugungen mit Füßen zu treten, um damit möglichst viel Geld zu verdienen.






