Die abenteuerlichen Fantasmagorien des US-amerikanischen Autors Dan Brown über die katholische Kirche und insbesondere über die katholische Personalprälatur Opus Dei finden geneigte Leser=
3.2.05 (KAP-ID) Sogar die angesehene Zeitung "New York Times" fiel auf das Buch "The Da Vinci-Code" (deutscher Titel "Sakrileg") von Dan Brown herein. Seit März 2003 ist das umstrittene Buch nicht mehr aus den US-amerikanischen Bestseller-Listen wegzudenken. 2004 war "Sakrileg" der am häufigsten verkaufte Roman in Deutschland und Großbritannien. Weltweit sind mehr als 18 Millionen Exemplare des Titels über den Ladentisch gewandert, Übersetzungen in 42 Sprachen liegen vor.
Katholische Stimmen wie der deutsche "Borromäusverein" verweisen darauf, dass der "Rundumschlag um Bruderschaften, Gral-Sucher, das Opus Dei und die Lehre der katholischen Kirche" in hohem Maße dazu geeignet ist, "religiöse Haltungen zu verletzen und/oder religiös Suchende zu verunsichern". Deutliche Kritik gibt es auch für den "willkürlichen Umgang und die eigenwillige Interpretation der Kirchengeschichte". Hinzu komme ein "zuweilen morbid anmutender Hang zu möglichen, am besten noch globalen Verschwörungstheorien, unabhängig ob aus Gesellschaft, Wirtschaft oder Politik". Allerdings, so der "Borromäusverein", "besieht man das Buch unter dem Aspekt Unterhaltung, hat Dan Brown einen wirklich spannenden Roman geschrieben".
Fest steht: Brown kam, sah und siegte. In seinem Buch sind die Rollen sind klar verteilt. Die Guten sind die Wissenschaftler Robert Langdon und Sophie Neveu, die das geheime Wissen über Jesus, Maria Magdalena und den Heiligen Gral vor dem Vergessen retten wollen. Das Universalgenie Leonardo da Vinci wurde als Mitverschwörer requiriert, daher der Original-Titel "Da Vinci Code". Die Bösen sind daher natürlich die katholische Kirche, insbesondere die Personalprälatur Opus Dei, die selbst vor Morden nicht zurückschrecken, um gerade dieses Wissen zu unterdrücken.
Einmal mehr sind die Kirche und das Opus Dei gern gewählte Ziele obskurer Verschwörungstheorien. Bei Opus Dei-Pressestellen im angelsächsischen Raum gingen E-mails ein, warum die Gemeinschaft denn die "Wahrheit" über den Heiligen Gral verhindern wolle. Tatsache ist, dass das Opus Dei auf seiner Website (www.opusdei.org) eine Klarstellung zu den Fantasmagorien des Romans anbietet.
Der Autor behauptet auf seiner Website (www.danbrown.com), es sei ihm darum gegangen, mit seinem Buch eine breite Diskussion über die für die Menschen wichtigen Themen Glauben, Religion und Geschichte auszulösen. In der Diskussion über diesen Roman stehen sich zwei unversöhnliche Lager gegenüber. Die leichtgläubigen Fans des Buches sind der Meinung, dass Dan Brown Recht hat, in dem er endlich die vermeintliche Wahrheit über Jesus, seine "Ehefrau" Maria Magdalena und die böse katholische Kirche öffentlich macht. Für sie ist "Sakrileg" ein als Roman getarntes Sachbuch. Wissenschaftler und Theologen versuchen hingegen zu zeigen, dass Dan Brown lediglich eine Reihe von abstrusen Gerüchten und bekannten Vorurteilen geschickt zu einem Roman gemixt hat, der rein gar nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.
Dan Brown hält sein Buch nicht für anti-christlich. Katholische Leser werden aber feststellen, dass eine Reihe grundsätzlicher Glaubensinhalte nicht nur in Frage gestellt, sondern in dem Roman als übler Täuschungsversuch der katholischen Kirche verkauft werden. In Wirklichkeit sei alles ganz anders, verheißt das Buch und bedient gängige Vorurteile einer der Kirche entfremdeten Leserschaft, die bereit ist, alles über die Kirche zu glauben, vorausgesetzt, es ist nichts Gutes.
Niederlande: Häufiger verkauft als Bibel
Dan Browns Roman "Sakrileg" ist in den Niederlanden im vergangenen Jahr häufiger verkauft worden als sämtliche Bibel-Ausgaben zusammen. Wie niederländische Medien am Montag berichteten, wurden von Browns Buch rund 412.000 Exemplare verkauft, von der Bibel rund 330.000 Stück. Die Bibel steht damit auf Platz zwei in der niederländischen Bestseller-Liste des abgelaufenen Jahres. In den Niederlanden war im vergangenen Jahr eine neue Bibelübersetzung erschienen. Das mit zahlreichen Veranstaltungen gefeierte Ereignis hatte zu einem Käufer-Ansturm geführt.






