Hoffnung für die Ökumene bei der Weltbischofssynode
Anglikanischer Bischof Nicholas Wright: "Herausforderungen von Säkularismus und Relativismus sind für alle Kirchen gleich"=
Vatikanstadt, 24.10.08 (KAP) Große Hoffnung für die Ökumene hat der anglikanische Bischof Nicholas Thomas Wright bei der Weltbischofssynode im Vatikan geschöpft. Er ist einer der "brüderlichen Delegierten" aus den anderen Kirchen, die bei der Bischofssynode zum Thema "Bibel" präsent sind. "Ich habe mehrmals in den vergangenen Wochen gedacht, wenn das die Menschen vor 400 Jahren gehört hätten, wäre die Kirchengeschichte anders verlaufen", sagte Wright im Gespräch mit "Radio Vatikan". Der anglikanische Bischof von Durham ist einer der führenden Bibelwissenschaftler im englischen Sprachraum. Der Wunsch der katholischen Bischöfe, die Bibel mit Blick auf die Menschen von heute neu zu lesen, begeistert den Anglikaner. Wright: "Zu hören, dass Taufe und Bibel die Basis der Einheit sind, war für mich einer der wichtigsten Punkte der Synode. Wirklich wichtig scheint mir die Anstrengung, Menschen jeden Alters und aus allen Kulturen mit der Bibel vertraut zu machen".
Die Betonung der Predigt seitens der katholischen Synodenväter hat die besondere Aufmerksamkeit des Anglikaners ausgelöst. Dass jede Eucharistiefeier eine Predigt braucht, "das war eines der Anliegen der Reformatoren im 16. Jahrhundert, weil sie das in der damaligen katholischen Kirche vermisst haben".
Die Herausforderungen von Säkularismus, Relativismus und Postmoderne sind für alle Kirchen gleich, das betonte Wright auch in seiner Wortmeldung in der Synodenaula. Redebeiträge und Pausengespräche hätten diese Erfahrung widergespiegelt, sagte der anglikanische Bischof im Gespräch mit "Radio Vatikan". Protestanten und Anglikaner müssten erkennen, dass auch sie herausgefordert seien: "Es ist nicht so, dass nur wir die Bibel verstanden haben und die Katholiken nicht. Wir sind zusammen dazu aufgerufen, die Bibel neu zu lesen. Diesen Weg können wir nur gemeinsam gehen".






