"Pfingstler tragen zu Irritationen der Hindus bei"=
Vatikanstadt-New Delhi, 17.10.08 (KAP) Der indische Bischof Antony Devotta befürchtet eine Ausweitung der Gewalt gegen Christen in seinem Land. "Die Angriffe drohen sich zu einer allgemeinen Verfolgung auszuweiten, wenn die Regierung nicht rechtzeitig einschreitet, um die Aktionen der Hindu-Extremisten zu stoppen", sagte er der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano". Da Indien insgesamt bereits in den "Strudel des religiösen Fundamentalismus" geraten sei, könnte die Gewalt von der Unruheregion Orissa leicht auf andere Bundesstaaten übergreifen. Devotta, Bischof von Trichinopoly (Tiruchirapalli) im Bundesstaat Tamil Nadu, nimmt derzeit an der im Vatikan tagenden Weltbischofssynode teil.
Indien sei traditionell ein tolerantes Land, gezeichnet von gegenseitigem Verständnis der unterschiedlichen Volksgruppen, führte der Bischof aus. Aber wie in anderen Ländern habe auch dort der Verlust an Werten und die Säkularisierung eine Revolte von Seiten religiöser Gruppen ausgelöst. Diese wollten zu den alten Traditionen zurückkehren und griffen dabei zu brutalen Methoden.
Allerdings trügen auch manche christliche Gruppen wie die Pfingstler ("Pentecostals") durch ihr Verhalten zu Irritationen unter den Hindus bei, stellte Devotta fest. Prediger dieser fundamentalistischen Gruppierungen gingen in die Dörfer und schüchterten die Einwohner ein, indem sie mit der Hölle drohten, falls sie sich nicht zum Christentum bekehren. Dieses Verhalten schädige das Ansehen der Christen insgesamt, da die meisten Hindus nicht zwischen Katholiken und "Pentecostals" unterscheiden.






