Die Erzdiözese Wien
Die Erzdiözese Wien gehört zu den größten Diözesen Europas. Sie zählt derzeit rund 1,4 Millionen KatholikInnen. Ihr Gebiet umfasst zwei sehr unterschiedliche Gebiete: einerseits die Stadt Wien, die einzige Millionenstadt Österreichs, die auch auf Grund ihrer kulturellen und politischen Geschichte eine besondere pastorale Herausforderung darstellt. Andererseits die Osthälfte des Bundeslandes Niederösterreich, die zum Teil noch stark von der katholischen Tradition geprägt ist. Aufgrund ihrer Größe ist sie in drei Regionen unterteilt (Vikariat Unter dem Manhartsberg, Vikariat Wien Stadt, Vikariat Unter dem Wienerwald), in denen es wiederum 54 Dekanate mit insgesamt 660 Pfarren gibt.
In der Stadt Wien ist heute nur mehr die Hälfte der Bevölkerung katholisch, 26 Prozent sind ohne religiöses Bekenntnis. In dieser pluralistischen und multireligiösen Situation stellt sich nicht nur die Herausforderung des hohen Anteils der Nichtkatholiken, es geht auch um die Zuwendung zu den "Alten" und zu den "Jungen". Im niederösterreichischen Anteil der Diözese gehören 80 Prozent der Menschen der katholischen Kirche an. Der dramatische gesellschaftliche Wandel ist aber auch hier zu spüren.
Ihren Weg in die Zukunft geht die Erzdiözese Wien mit Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn im Bemühen, eine "missionarische Kirche" zu sein. Der persönliche Einsatz vieler Christen wird mit Initiativen wie der "Stadtmission" (die nach Wiener Vorbild auch in Paris, Lissabon, Brüssel und Budapest fortgesetzt wurde) oder der erfolgreichen "Langen Nacht der Kirchen" verstärkt.
Die Geschichte der Erzdiözese Wien reicht zurück bis ins Jahr 1469, in dem das Bistum Wien durch die Bulle "In supremae dignitatis specula" am 18. Januar offiziell errichtet wurde. Die Bemühungen um ein eigenes Bistum reichen bis ins Jahr 1200 zurück, doch scheiterten diese am Widerstand der Passauer Bischöfe, denen Wien damals unterstand. Erst nachdem Herzog Rudolf IV. die Loslösung erwirkte, wurde unter Kaiser Friedrich III. schließlich der Weg zum eigenen Bistum frei. Unter Bischof Sigismund von Kollonitsch (1716-1751) wurde Wien mit der Bulle "Suprema dispositione" vom 1. Juni 1722 zum Erzbistum erhoben.
Das Netz der Seelsorge bilden die 660 Pfarrgemeinden der Diözese. Gemeinsam mit 1.600 Priestern, Diakonen und Pastoralassistent(inn)en sind die 6.500 Mitglieder in den Pfarrgemeinderäten "Schwungfedern" kirchlichen Lebens. Weitere 8.000 fast zur Gänze ehrenamtliche Mitarbeiter(innen) sind in unterschiedlichsten Bereichen von der Kinder-, Jugend- und Familienpastoral über die Kranken- und Behindertenseelsorge bis hin zur Universitäts- und Tourismusseelsorge für die Menschen da. Charakteristisch für die Erzdiözese sind auch die 30 anderssprachigen Gemeinden, in denen Katholiken aus der ganzen Welt in Wien eine "geistliche Heimat" finden.
Über 3.000 Caritas-Mitarbeiter(innen) leisten täglich konkrete Hilfe für Menschen in Not und verleihen der Caritas der Erzdiözese Wien eine starke Stimme in der sozialen Diskussion. In Wien und Niederösterreich ist die Kirche auch eine der wichtigsten Trägerinnen von Bildungseinrichtungen. Das zeigt sich im Einsatz für den Religionsunterricht - 2.000 Religionslehrer(innen) unterrichten 180.000 Schüler(innen) - oder in der Führung zahlreicher eigener Kindergärten und Schulen, die von 35.000 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Zudem nutzen jährlich 170.000 Menschen das große Aus- und Fortbildungsangebot kirchlicher Einrichtungen in der Erwachsenenbildung.













