









Weltjugendtag 2008 in Sydney
Hunderttausende junge Katholiken, Tausende Priester, Hunderte Bischöfe und Papst Benedikt XVI. kamen zum Weltjugendtag ins australische Sydney. An dem katholischen Großereignis haben auch 750 Weltjugendtagspilger aus allen Diözesen Österreichs teilgenommen.
Das australische Sydney war Gastgeber des 23. Weltjugendtages (15. bis 20. Juli 2008). Als Höhepunkt galt ein Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. bei dem 500.000 Gläubige mitfeierten. Der Papst kündigte für 2011 Madrid als nächsten Gastgeber des internationalen Treffens an.
>>Bilder vom Abschlussgottesdienst<<
Papst Benedikt XVI. hat zum Abschluss des Weltjugendtages in Australien zu einer Erneuerung der Gesellschaft und der Kirche aufgerufen. Trotz materiellen Wohlstandes breiteten sich heute geistige Wüsten aus, sagte der Papst in seiner Predigt. Innere Leere, eine undefinierbare Angst und ein verborgenes Gefühl von Verzweiflung machten sich breit. Das Evangelium enthülle aber die Wahrheit über den Menschen, über seine Würde, weil er Gottes Ebenbild ist, über das Leben, über die innerste Berufung des Menschen, die darin bestehe, in der Liebe seine Erfüllung zu finden.
Neue Generation von Christen
Eine neue Generation von Christen müsse eine neue Welt aufbauen, in der das Leben angenommen, respektiert und liebevoll gepflegt, nicht aber zurückgewiesen und aus Angst zerstört wird, betonte Benedikt XVI. Gefragt sei "eine neue Ära, in der Liebe nicht habgierig und egoistisch, sondern aufrichtig, treu und wirklich frei ist". Es gehe um eine Liebe, "die die Würde der anderen respektiert, ihr Wohl fördert und Freude und Schönheit ausstrahlt". Gerade die jungen Katholiken sollten "Propheten" dieser neuen Ära sein, in der die Hoffnung die Oberflächlichkeit, die Gleichgültigkeit und den Egoismus überwindet, jene Haltungen, die "die Seelen abstumpfen und die menschlichen Beziehungen vergiften". Auch die Kirche brauche eine solche Erneuerung, forderte der Papst. Sie brauche den Glauben, den Idealismus und die Großzügigkeit der jungen Leute, um selbst immer jung sein zu können.
Eindringlich hatte Benedikt XVI. im ersten Teil seiner Predigt Fragen an die Jugendlichen gestellt: "Was werdet ihr der kommenden Generation hinterlassen? Baut ihr eure Existenz auf solidem Grund auf? Lebt ihr euer Leben so, dass ihr dem Geist inmitten einer Welt Raum schafft, die Gott vergessen oder Ihn sogar im Namen eines falschen Freiheitsbegriffs ablehnen will? Wie nützt ihr die Gaben, die euch gegeben sind, die 'Kraft', die der Heilige Geist auch heute über euch ausgießen will?"
Die Geschichte des Weltjugendtages
Papst Johannes Paul II. lud 1984 im Rahmen eines Heiligen Jahres auch junge Christen nach Rom und rund 300.000 Jugendliche sind gekommen. Das Treffen der jungen Katholiken hätte eine einmalige Sache bleiben sollen. Schon im darauffolgenden Jahr wird Papst Johannes Paul II. bei einer ähnlichen Veranstaltung zu einer überraschenden Botschaft inspiriert: Von nun an solle es dauerhaft einen Weltjugendtag geben, verkündet er. Jugendliche aus der ganzen Welt sollten sich regelmäßig treffen, um gemeinsam ihren Glauben zu feiern.
Am Palmsonntag 1986 wird in Rom der erste offizielle Weltjugendtag gefeiert. 1987 reist der WJT, wie ihn die Jugendlichen nennen, dann gleich nach Buenos Aires. Inzwischen findet das Glaubenstreffen alle zwei bis drei Jahre statt, dazwischen gibt es diözesane Treffen.
Vor jedem Weltjugendtag reist das Weltjugendtagskreuz durch die Nachbarländer und das Land, wo das Jugendtreffen stattfindet. Seit 2003 begleitet auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. eine Marien-Ikone das Kreuz.
Die gläubigen Jugendlichen sind bei Gastfamilien, in Turnsälen oder in Pfarren untergebracht. Das Programm enthält spirituell-religiöse, kulturelle und touristische Elemente. Dazu gibt es viel Spaß und Lebensfreude.
Größte Menschenansammlung aller Zeiten
Bisher war jeder Kontinent Gastgeber, nur Afrika noch nicht. Einer der Höhepunkte war das Treffen im polnischen Tschenstochau (1991) nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Erstmals konnten Jugendliche aus Osteuropa problemlos teilnehmen. Den größten Zustrom erlebte der Weltjugendtag 1995 in der philippinischen Hauptstadt Manila: Vier Millionen Menschen feierten mit Papst Johannes Paul II. den Abschlussgottesdienst - die größte Menschenansammlung aller Zeiten!
Das letzte internationale Weltjugendtreffen organisierte im Jahr 2005 Köln. Zum Abschluss kamen über eine Million Menschen. Der neugewählten Papst Benedikt XVI. genoss dabei die Sympathiekundgebungen der jungen Katholiken.









