Der Papst in der Türkei
Vom 28. November bis zum 1. Dezember besuchte Papst Benedikt XVI. die Türkei. Das Programm sah dabei Aufenthalte in Ankara, Ephesus und Istanbul vor.
Zunächst traf der Papst in Ankara mit den politischen Spitzen der Türkei zusammen. Darauf folgte der Besuch der antiken Weltstadt Ephesus mit einem Gottesdienst im "Haus Mariens". Den Höhepunkt bildete das Zusammentreffen mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Barholomaios I., in Istanbul.
Am Donnerstag, den 30. November, nahm der Papst an der Göttlichen Liturgie der orthodoxen Patriarchatskirche in Istanbul teil. An diesem Tag begeht sowohl die Ost- als auch die Westkirche das Fest des heiligen Andreas. Der heilige Andreas gilt als der "erstberufene Apostel" und ist außerdem der Patron der Kirche von Konstantinopel. Bei diesem Treffen gaben Papst Benedikt XVI. und Patriarch Bartholomaios I. außerdem eine Gemeinsame Erklärung zur Absicht einer vertieften Ökumene zwischen Orthodoxie und Katholischer Kirche ab.
Dass zahlreiche Medien im Vorfeld der Reise von einer "heiklen Mission" des Papstes sprachen, hat verschiedene Gründe: Zum einen hat Papst Benedikt XVI. mit seiner sogenannten "Regensburger Rede" während seines Besuches in Bayern zahlreiche Proteste von Seiten des Islam ausgelöst. So wird nun mit einer besonderen Sensibilität der Muslime hinsichtlich der öffentlichen Äußerungen des Papstes gerechnet. Darüber hinaus belastet die 2004 vom damaligen Kardinal Joseph Ratzinger geäußerte Skepsis zu einem möglichen EU-Beitritt der Türkei bis heute das Verhältnis zwischen der Türkei und dem Vatikan. Aber auch der Besuch der "Hagia Sophia", der einstigen Hauptkirche der Christenheit, stellte im Vorfeld einen solchen "heiklen" Punkt der Reise dar. Nach der Eroberung durch Mehmet II. wurde sie zur Reichsmoschee des Osmanischen Reiches und auf Anregung Atatürks 1932 in ein Museum umgewandelt.
Die Christen stellen in der Türkei eine Minderheit dar. Schätzungen gehen von rund 100.000 zumeist orthodoxen Christen aus, nur rund 15.000 Christen gehören der römisch-katholischen Kirche an. Aufgrund dieser Minderheitensituation erhoffen sich die kleinen katholischen Gemeinden sowie die türkische Bischofskonferenz vom Besuch des Papstes Impulse zu einer Verbesserung ihrer schwierigen Lage.













