Sakrileg
Er wurde bisher in 44 Sprachen übersetzt und über 45 Millionen Mal verkauft: der Roman "Sakrileg" - im englischen Original "The Da Vinci Code" - des amerikanischen Best-seller-Autors Dan Brown. Nun folgt am 18. Mai der weltweite, punktge-nau synchronisierte, Kinostart der gleichnamigen Verfilmung durch den Regisseur Ron Howard (bekannt u.a. durch den Film "A beautiful Mind") mit Tom Hanks und Audrey Tautou in den Hauptrollen.
Für (medial wohlkanalisierte) Aufre-gung sorgte das Buch von Beginn an sowohl durch einen in England gegen den Autor Dan Brown geführten Prozess, als auch durch die genretypische Gratwanderung zwischen reiner Fiktion und angeblich historisch rekonstruierbaren "Fakten".
In dem von den Autoren Michael Baigent und Richard Leigh geführten Prozess beschuldig-ten sie Dan Brown des Plagiats. So habe Brown große Teil aus ihrem Buch "The Holy Blood and the Holy Grail" (deutsch: "Der Heilige Gral und seine Erben") abgeschrieben. Anfang April sprach das Gericht Brown frei und erklärte in der Urteilsbegründung:
"Es wäre recht eigentlich falsch, wenn Autoren fiktionaler Literatur sich in einer Weise der sachlichen und kritischen Prüfung ihrer Texte zu unterwerfen hätten, wie dies im Fall von 'Sakrileg' geschehen ist, auf Verlangen von Autoren angeblich geschichtswissenschaftlicher Werke." Literatur, so der zuständige Richter, müsse sich dem Vergleich mit der Wirklichkeit nicht aussetzen - vor allem dann nicht, fügte er mit Blick auf das pseudo-wissenschaftliche Buch der beiden Kläger hinzu, wenn dieser Vergleich mit einer Wirklichkeit gezogen würde, die selbst fiktive Züge trage.
Ebenso erfuhr das Buch jedoch auch zahlreiche Kritiken hinsichtlich der in ihm vertretenen Thesen. Ausgelöst wurden diese Kritiken dabei maßgeblich durch den Autor Dan Brown selbst, der auf der ersten Seite des Romans behauptet: "Sämtliche in diesem Roman erwähn-ten Werke der Kunst und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheits-getreu wiedergegeben." Dagegen haben bereits zahlreiche Kunsthistoriker, Journalisten und Theologen deutlich gemacht, dass es sich bei den Thesen insbesondere rund um die angeb-liche Ehe zwischen Jesus von Nazareth und Maria Magdalena, die angebliche Entsteh-ung der christologischen Verehrung erst unter Kaiser Konstantin sowie die angeblich dunklen Machenschaften des Opus Dei um reine Behauptungen ohne historisch belegbaren Hinter-grund handle. Der Innsbrucker Theologe Jozef Niewiadomski sprach diesbezüglich von "blan-kem Unsinn".
Aus der Fülle der mittlerweile zahlreich entstandenen Dossiers, Materialsammlungen und historischen Richtigstellungen sei insbesondere auf die Broschüre der Diözese Graz-Seckau verwiesen, sowie auf die deutsche Website sakrileg-betrug.de und die Informationsseite der amerikanischen Bischofskonferenz jesusdecoded.com. Weiterhin finden Sie unter der Rubrik "Tipps" zahlreiche Zeitungsartikel, die sich in gebotener Nüchternheit dem "Medienereignis Sakrileg" nähern.












