Caritas-Fachmann Preindl will helfen, "möglichst rasch möglichst viele Nothilfepakete ins Katastrophengebiet zu bringen"
Die Caritas Österreich entsendet Katastrophenhelfer Thomas Preindl nach Pakistan. "Uns geht es jetzt darum, möglichst rasch möglichst viele Nothilfepakete mit Lebensmitteln, Wasserreinigungstabletten, Decken, Hygieneartikeln und so weiter zu den Menschen im Katastrophengebiet zu bringen", so der Caritas-Fachmann in einer Aussendung am Freitag. "Vor allem der Zugang zu sauberem Trinkwasser bewahrt die Menschen vor lebensgefährlichen Krankheiten."
Der gebürtige Innsbrucker bricht am Sonntag ins pakistanische Katastrophengebiet auf und wird dort das internationale Caritas-Team bei den Hilfsmaßnahmen unterstützen. In Pakistan war der erfahrenen Katastrophenhelfer bereits nach dem Erdbeben im Oktober 2005 im Einsatz. Auch nach dem Erdbeben in Haiti verstärkte der 43-Jährige das lokale Hilfsteam.
In Pakistan erwartet Preindl eine schwierige Aufgabe: "Das Wasser hat ganze Landstriche überschwemmt, Brücken und Straßen vernichtet. Dazu kommt, dass die starken Regenfälle noch immer nicht aufgehört haben." Eine weitere österreichische Caritas-Helferin wird nächste Woche nach Pakistan aufbrechen.
Derzeit versorgt das internationale Caritas-Netzwerk bereits Tausende Familien mit Hilfspaketen. Preindl: "Wir tun alles, um möglichst viele Betroffene zu erreichen."
"Größte Katastrophe seit der Gründung Pakistans"
Nach Einschätzung von Caritas-Katastrophenhelfer Thomas Preindl zählt das Hochwasser in Pakistan zu den "ganz, ganz großen Katastrophen" der vergangenen Jahre: Das Land selbst habe überhaupt mit der "größten Katastrophe seit seiner Gründung vor 60 Jahren zu kämpfen", erklärte er im Gespräch mit "Kathpress". Der Unterschied zu vorhergegangenen Krisen sei, dass nun das Zentrum des Landes, vor allem der Punjab, sehr stark in Mitleidenschaft gezogen sei: "Und das ist auch deshalb ein Problem, weil dort die großen Weizenanbaugebiete des Landes sind und man mit großen Ernteeinbußen rechnen muss."
Dabei sei die Katastrophe bei den Österreichern noch gar nicht richtig angekommen: "Das Interesse seitens der Medien ist etwas beschränkt", meinte Preindl. "Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Sommerzeit ist und sie in den vergangenen Monaten mit vielen anderen Großkatastrophen wie Haiti zu tun gehabt haben." Vielleicht herrsche auch "eine gewisse Müdigkeit und die Aufnahme ist beschränkt", vermutete der Helfer. Es werde in den kommenden Wochen auch darum gehen, diese "Riesenkatastrophe" in der Öffentlichkeit präsent zu halten.
Preindl wird am kommenden Montag in Pakistan ankommen und dann gleich mit den Caritas-Partnern an Ort und Stelle Kontakt aufnehmen: "Es gibt immer mehrere Arbeiten zu erledigen", so der Katastrophenhelfer. So müsse u. a. ein Lagebild gezeichnet und Logistik sowie Koordination mit anderen Hilfsorganisationen abgeklärt werden.
Ein "gewisses mulmiges Gefühl" reise zwar immer bei solchen Einsätzen mit, meinte der Katastrophen-erprobte Helfer: "Aber wenn man gute Informationen hat, ein Team vor Ort ist, man in eine bestehende Struktur eingebunden ist, tut man sich leichter", so Preindl. "Auch die Kommunikation funktioniert hervorragend, ich weiß, was mich erwartet. Deshalb kann ich das - zumindest persönlich gesehen - leichter angehen." Preindl wird vorerst im Rahmen einer ersten Abklärung rund zwei Wochen im Katastrophengebiet sein; dann soll über die weitere Vorgangsweise entschieden werden.
Die Caritas bittet um Spenden für die Opfer auf das PSK-Konto 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: Hochwasser Pakistan.






