Grazer Bischof predigte vor jungen Christen aus der Steiermark und Kärnten zum Motto "Voll leben" der Jugendwallfahrt nach Mariazell
Zu einem "vollen Leben" aus christlichem Glauben hat der Grazer Bischof Egon Kapellari die Jugend ermutigt. Jesus Christus möchte, "dass ihr nicht irgendwie, sondern voll leben könnt", sagte Kapellari am Freitag während der Jugendwallfahrt nach Mariazell. Dazu gehöre, dass Religiosität nicht nur in einem "flüchtigen Kontakt", sondern in Einübung und "Training" entfaltet wird. In seiner Predigt vor jungen Christen aus der Steiermark und Kärnten zum Motto "Voll leben" der Jugendwallfahrt nach Mariazell legte Kapellari den jungen Pilgern das "immer aktuelle Wort" der Gottesmutter bei der biblischen Hochzeit in Kana ans Herz: "Was er - Christus - euch sagt, das tut!"
Die drei Tage der Jugendwallfahrt nach und in Mariazell sollen nach den Worten des Bischofs eine "Zeit zum Schauen auf Christus" sein, zum Gebet und Hören auf sein Wort in Beichte und Eucharistie.
Inmitten der anderen Weltreligionen zeige das Christentum einen besonderen Weg zum Leben - den Weg zum jungen Jesus Christus, stellte Kapellari fest: "Er war in den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens so etwas wie ein ungeheurer starker Magnet. Er hat Menschen angezogen, die ein schwaches Leben gehabt haben: Kranke an Leib und Seele." Und er habe auch starke junge Leute angezogen, die sich "nicht mit einem durchschnittlichen Dahinleben abfinden" wollten: Kapellari nannte "Feuerköpfe" wie Jakobus und Johannes, später auch Paulus und Stephanus. Auch heute sei Jesus Christus "so etwas wie ein Magnet, der Menschen an sich zieht, damit sie als Freunde Christi immer mehr Mensch, auch immer mehr Mitmensch werden können".
Die Kirche - "seine und unsere Kirche" - bilde ein weltweit ausgespanntes "Magnetfeld". In manchen Ländern ist die Kirche nach den Worten des Bischofs ganz lebendig, anderswo - etwa in Österreich - gebe es manche Ermüdungen und Schwächen. "Es gibt aber auch ungemein viel Leben in der Kirche, und das ganze Land lebt davon", betonte Kapellari.
Bischof Kapellari und die Jugendlichen aus der Steiermark und Kärnten waren am Freitagvormittag Teilnehmer einer Sternwallfahrt, die den Startschuss für die dreitägige Veranstaltung in Mariazell bildete: Jugendliche und Bischöfe trafen einander an vier Orten außerhalb von Mariazell und wanderten dann gemeinsam in den Wallfahrtsort. Unterwegs standen eine Jause und ein Gottesdienst auf dem Programm. In Mariazell selbst beginnt das Programm am Freitagabend mit einem Eröffnungsfest im Kongress- und Veranstaltungszentrum "Europeum".
"Gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen"
Bischof Kapellari und die Jugendlichen aus der Steiermark und Kärnten wurden auch von Bischof Alois Schwarz und Weihischof Franz Lackner begleitet. Kardinal Christoph Schönborn und Weihbischof Franz Scharl waren mit den Wiener Jugendlichen unterwegs; Bischof Iby und Jugendbischof Stephan Turnovszky mit den Jugendlichen aus dem südlichen Niederösterreich und dem Burgenland. Die Jugendlichen aus Westösterreich wurden schließlich von den Bischöfen Ludwig Schwarz, Manfred Scheuer, Alois Kothgasser, Klaus Küng und Anton Leichtfried begleitet.
Die Wanderung nach Mariazell biete die ausgezeichnete Gelegenheit für Jugendliche und Bischöfe, miteinander ins Gespräch zu kommen, so Bundesjugendseelsorger Markus Muth im Gespräch mit "Kathpress": "Was hier schon auf der Beziehungsebene passiert, wird ganz wesentlich sein für die weitere Veranstaltung."
Rund 600 Jugendliche waren mit den Bischöfen zu Fuß unterwegs, einige wählten aber auch andere Wege und Mittel nach Mariazell, beispielsweise eine Gruppe aus dem südlichen Niederösterreich, die mit Mopeds anreiste. Eine Reihe von Pilgern und Touristen, die eigentlich nichts mit der Jugendwallfahrt zu tun haben, hätten sich ebenfalls den Bischöfen und Jugendlichen angeschlossen, wusste Muth zu berichten.
Die Veranstalter rechnen auch damit, dass an der großen Lichterprozession am Samstagabend und der Abschlussmesse am Sonntagvormittag weit mehr als 1.000 junge Wallfahrer teilnehmen werden.






