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Katholisch.at dokumentiert im Folgenden den Wortlaut des Textes von Prof. Liebmann:
"Die Kirche wird ihr Vertrauen nicht zu bereuen haben"
Dienstag, der 15. März 1938, war für die Kirche und den Nationalsozialismus in Österreich ein förmlicher Lostag. Noch vor der großen außer Rand und Band geratenen Anschlusskundgebung am Heldenplatz machte der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, der Wiener Erzbischof Theodor Kardinal Innitzer, am Vormittag im Hotel Imperial Adolf Hitler seine Aufwartung bzw. stattete einen Höflichkeitsbesuch ab. Als die beiden Herren, der "Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler und Erzbischof Kardinal Innitzer, zusammentrafen, habe sich Hitler vor dem Kardinal, den Ringkuss zumindest andeutend, tief verbeugt. Kardinal Innitzer habe daraufhin mit seinem erzbischöflichen Brustkreuz eine Segensgeste auf den Diktator angedeutet. Der nahe Vertraute Innitzers, der Primas Germaniae, Fürsterzbischof von Salzburg Sigismund Waitz, hat diesen Höflichkeitsbesuch des Kardinals dahingehend kommentiert, dass Adolf Hitler mit dem Anschluss Österreichs Staatsoberhaupt geworden war, und nun, nachdem die "Volksgemeinschaft Großdeutschlands begründet worden war", habe sich die katholische Kirche rasch um die Möglichkeit eines gedeihlichen Wirkens unter den völlig neuen Verhältnissen umsehen müssen.
Im Sinne der dominierenden österreichisch-kirchlichen Pastoraldoktrin des Überganges vom "Politischen Katholizismus" zum "Pastoralkatholizismus", im Einklang mit dem Rückzug der Priester aus der Politik, habe die Verbindung von Religion und Politik in den letzten vergangenen Jahren ohnehin nicht mehr bestanden. Auf den so genannten "Christlichen Ständestaat" bezogen, der heute ziemlich allgemein mit "Austrofaschismus" etikettiert und qualifiziert wird, ließ der Primas Germaniae die Österreicher wissen: "Gewiß haben katholische Männer die Verantwortung für die Politik in Österreich getragen, aber sie haben dabei nach ihrem Gewissen gehandelt ohne Auftrag von seiten der Kirche und ohne Einwirkung von seiten des Kardinals von Wien oder der Bischöfe".
Der Primas Germaniae belehrte als legitimer kirchlicher Lehrer und Hirte die Bevölkerung des Weiteren: "In Österreich bestand nicht die Verquickung von Religion und Politik, wie vielfach angenommen wurde". Unter diesen Prämissen ist die Aussprache der ungleichen Partner zu verstehen und zu beurteilen. Gleich eingangs bei den zwanzig Minuten währenden Unterhandlungen versicherte der Kardinal dem neuen Staatschef Adolf Hitler die Bereitschaft der Katholiken, loyal zum neuen Staat zu stehen. Hitler erwiderte hoch erfreut, er hoffe, dass hier in Österreich im Verhältnis von Kirche und Reich ein Wendepunkt eintrete und "dass sich das auch auf das andere Deutschland auswirken möge. Allerdings muß sich die Kirche restlos hinter den Staat stellen. Sie darf nicht gegen ihn arbeiten, aber sie wird auch ihr Vertrauen nicht zu bereuen haben." Auf den vom Kardinal vorgetragenen Wunsch nach pastoraler Betreuung der Jugend ließ der Diktator den Kardinal wissen: "Er habe nichts einzuwenden, daß sie religiös und seelsorglich betreut werden könne, nur müsse man im einzelnen das noch zum Gegenstand von Besprechungen machen."
Sogleich nach seiner Rückkehr ins erzbischöfliche Palais verfasste Innitzer im Sinne der dominierenden Pastoraldoktrin Österreichs einerseits und beeindruckt von der gerade gehabten Aussprache anderseits seine schwer nachvollziehbare "Pastoralanweisung" mit der Präambel: "Dem Christen ist es eingedenk des Herrenwortes selbstverständliche Pflicht, weil er Gott gibt, was Gottes ist, auch dem Staate zu geben, was des Kaisers ist."
Dem lässt der Kardinal seine fünfgliedrige Pastoralanweisung für die Seelsorger und das katholische Volk folgen, drei davon seien wortwörtlich wiedergegeben:
"1. Seelsorger und Gläubige stellen sich restlos hinter den großen deutschen Staat und seinen Führer, dessen weltgeschichtlicher Kampf gegen den verbrecherischen Wahn des Bolschewismus, und für die Sicherung des deutschen Lebens, für die Beschaffung von Arbeit und Brot, für die Macht und Ehre des Reiches und für die Einheit des deutschen Volkes offenkundig vom Segen der Vorsehung begleitet ist.
2. Alleinige Berufsaufgabe des Priesters ist die Seelsorge, die Feier des hl. Messopfers und der anderen kirchlichen Handlungen, die Spendung der hl. Sakramente und die Verkündigung des Wortes Gottes, wie wir es durch die hl. Schrift und die mündliche Überlieferung überkommen haben. Der Seelsorger muss sich deshalb von jeder Politik fern halten und soll der Entwicklung der Dinge mit Vertrauen entgegensehen.
3. Ich weise die Leiter der kath. Jugendorganisationen an, die Eingliederung in die Jugendverbände des deutschen Staates vorzubereiten. ‚Die Kirche wird ihre Treue gegenüber dem Staate nicht zu bereuen haben.' Dieses Wort des Führers bürgt dafür, dass die eigentlichen Aufgaben der Kirche erfüllt werden können."
Im Gefolge dieses Besuches entstehen kirchlich-staatlicherseits drei Dokumente, die so genannten Märzerklärungen:
1. Die Feierliche Erklärung des österreichischen Episkopates.
2. Kardinal Innitzers Begleitbrief. mit seinem handgeschriebenen "und Heil Hitler".
3. Das Vorwort zur feierlichen Erklärung.
Diese drei Dokumente waren kaum zehn Tage später der Propagandaschlager des NS-Regimes und prangten zu einem Plakat zusammengefasst an den Litfaßsäulen des so genannten Großdeutschen Reiches von der Ostsee bis nach Radkersburg. Helles Entsetzen war die Reaktion des einen und tiefe Dankbarkeit des anderen Teiles der katholischen Bevölkerung. Unverständnis und Kopfschütteln herrschte beim Hl. Stuhl in Rom. Kardinal Innitzer wurde Anfang April vom Kardinalstaatssekretär Pacelli zu Papst Pius XI. zitiert, der dem Kardinal unwirsch sein Missfallen ausdrückte und ihn zurechtwies, aber nicht absetzte.
Zwei Wochen nach dieser denkwürdigen Aussprache hatte der gleich bahnbrechende wie effiziente Pastoraltheologe der Wiener Theologischen Fakultät, Michael Pfliegler, dem NS-Regime öffentlich und schriftlich dafür gedankt, dass es die katholischen Vereine aufgelöst bzw. liquidiert hatte: "Die Idylle der Vereinskirche ist endgültig vorbei. Sagen wir es nur ehrlich: Gott sei Dank. Die Katholische Aktion hätte in den katholischen Vereinen ihre eigentlichen Kerntruppen haben sollen. Aber es kam meist nicht zum Umbau, die katholischen Vereine blieben bis zum Schluß vielfach das Haupthindernis der Katholischen Aktion. Wir wollen die neue Lage der Seelsorge nicht als Heimsuchung, sondern als eine Schickung Gottes betrachten".
"Die uns gelegte Schlinge ist zerissen"
Um Hitlers Versprechen einerseits zu realisieren und andererseits die Märzerklärungen zu lukrieren, wurden ab Mai "Friedensverhandlungen" mit Wissen und Zustimmung des Kardinalstaatssekretärs Pacelli zwischen dem Episkopat und dem Potentaten des Nationalsozialismus, Reichskommissar Josef Bürckel, geführt. Sie dauerten bis Mitte August und fanden schließlich in einem förmlichen Vertrag ihre textlichen Formulierungen.
Als der Primas Germaniae Sigismund Waitz diesen befürwortend an Papst Pius XI. nach Rom sandte, anwortete Kardinalstaatssekretär Pacelli, datiert mit 12. August 1938, im Auftrag des Papstes gleich klar wie negativ. Diesem zurückweisenden Entscheid Roms folgend, beschloss der Episkopat auf seiner Konferenz am 19. August 1938 statt der ins Auge gefassten Vertragsunterzeichnung die Sistierung der weiteren Geheimverhandlungen, und Kardinal Innitzer antwortete postwendend ebenso klar wie loyal dem Kardinalstaatssekretär: "In Vertragsangelegenheiten sind die Würfel gefallen, die uns gelegte Schlinge ist zerrissen".
Während die Geheimverhandlungen einvernehmlich geführt worden waren, hatten die Drangsalierung der Kirche, die Verhaftungen geistlicher Personen und die Unterdrückung der Kirche überhaupt laufend zugenommen.. So wurde z. B. das Stift St. Lambrecht in der Obersteiermark bereits im Mai 1938 von der SS und der SA beschlagnahmt, zahlreiche Priester unter fadenscheinigstem Vorwand verhaftet, sowie Politiker, insbesondere christlicher Provenienz, ins KZ Dachau transportiert. Noch im Juli wurde dem gesamten katholischen Schulwesen das Öffentlichkeitsrecht entzogen. Im September wurden sämtliche bischöflichen Knabenseminare geschlossen. Der Religionsunterricht wurde zunächst durch Verlegung der Religionsstunden erschwert, darauf den staatlichen Aufsichtsorganen unterstellt und später überhaupt aus der Schule weitestgehend verbannt.
Mit Ende September wandten sich die Bischöfe mit einer mannhaften Denkschrift direkt an Adolf Hitler, um die drohende Gefahr des weiteren Kirchenkampfes und der Kirchenverfolgung abzuwenden: "... man beengt und beeinträchtigt durch verschiedene Vorschriften die Feier kirchlicher Feste und Veranstaltungen; besonders verbitterten die kleinlichen und gehässigen Vorschriften betreffs der Fronleichnamsprozession in diesem Jahre ... So arbeiten manche nationalsozialistischen Kommissäre offenbar auf den Ruin von Klöstern und kirchlichen Anstalten hin; ganze Klöster wurden aufgehoben und deren Vermögen eingezogen ... Wir Bischöfe haben die monatelangen Verhandlungen, die zwischen dem Episkopat und dem Reichskommissariat in Wien geführt wurden ... offen und im Glauben an die Möglichkeit eines loyalen Abkommens geführt. Unser Glaube wurde aber erschüttert, da der Kulturkampf umso bedrückendere und bedrohlichere Formen annahm, je länger wir verhandelten und je näher der in Aussicht gestellte Frieden erschien."
Die Jugendkundgebung
Der Diktator würdigte die Bischöfe keiner Antwort, die Zeichen standen auf Sturm, es fehlte nur noch der auslösende Moment, der zündende Funke, damit einerseits das NS-Regime ungeschminkt sein wahres Gesicht in aller Öffentlichkeit zeigen konnte, und anderseits sollte allen, die sehen und hören wollten, offenbar werden, wie kirchenfeindlich der Nationalsozialismus wirklich war. Den Anlass hierfür bot die Andacht der Katholischen Jugend im hohen Dom zu St. Stephan am 7. Oktober 1938. Sie wurde analog zu den Feiern der jüngst vergangenen Jahre auch für den Herbst 1938 geplant.
Nachdem Kardinal Innitzer sie sowohl genehmigt wie auch zugesagt hatte, sie zu halten, wurde sie einerseits im Diözesanblatt und anderseits durch kleine Plakate und Flugblätter für Freitag, den 7. Oktober, 20.00 Uhr im Dom zu St. Stephan promulgiert. Die Plakate und Flugschriften wurden von engagierten Jugendlichen zu Fuß oder mit Fahrrad in die Pfarren gebracht, die Mundpropaganda tat das Ihre, so dass die Jugend in Massen kam, die die kühnsten Erwartungen übertrafen. Kardinal Innitzer predigte in Abänderung des gedruckten Programms nicht vorne beim Altar, sondern bestieg wegen der unerwartet hohen Anzahl von Jugendlichen die berühmte Pilgramkanzel:
"Es ist ein herzerquickendes und herzerfreuendes Bild, das Ihr mir bietet, wenn ich Euch Kopf an Kopf so um mich sehe, und habt Dank dafür, dass Ihr heute gekommen seid zum Bischof in die alte Kathedrale", begann Innitzer hochgestimmt den fasziniert lauschenden 7000 Jugendlichen seine geschichtsmächtige Predigt und fuhr fort, "um einerseits ein Glaubensbekenntnis abzulegen, ein Bekenntnis zu Eurem alten deutschen Väterglauben, und andererseits, dass Ihr gekommen seid, um Euch Kraft zu holen, um festzustehen und festzubleiben in dieser großen, aber auch schweren und ernsten Zeit".
Darauf ließ der Kardinal die Jugend Grundsätze der Pastoraldoktrin wissen, die nach dem NS-Desaster durchschlagend werden sollten: "Liebe katholische Jugend! Ihr habt in den letzten Monaten viel verloren, Eure Verbände, Eure Jugendgemeinschaften, die ihr mit einem so schönen Idealismus aufgebaut hattet, sind nicht mehr da. Eure Fahnen Ihr dürft sie nicht mehr tragen. Ihr habt aber auch etwas gewonnen, was noch mehr wert ist, als was Ihr jetzt verloren habt, und was all das überdauern kann und muss, etwas, was wir alle eigentlich selbst gleichsam neu entdeckt haben, das ist unsere Pfarre, das ist die Gemeinschaft." Dann sprach der Kardinal den Satz, der der NS-Führerideologie den geistig-theologischen Widerstand verkündete:
"Wir wollen gerade jetzt in dieser Zeit umso fester und standhafter unseren Glauben bekennen, uns zu Christus bekennen, unserem Führer und Meister, unserem König und zu seiner Kirche."
Die leidigen Märzerklärungen des Episkopates und deren propagandistische Ausnützung durch das Regime im Auge ließ der Kardinal, um Verständnis werbend, seine Jugend wissen: "Vielleicht haben so manche von Euch, Ihr lieben jungen Katholiken, in den letzten Monaten nicht alles verstanden, was die Bischöfe getan haben. Ihr wisst, um was es sich handelt. Aber wir können Zeugen sein, dass es den Bischöfen sehr am Herzen gelegen ist, nur das zu tun, was sie mit bestem Wissen und Gewissen tun konnten, dass sie sich bewusst sind, dass sie eine schwere Verantwortung vor dem Herrgott tragen."
Dem fügte der Kardinal selbstkritisch einen Satz hinzu, der erkennen ließ, welche inneren Kämpfe er durchgemacht haben und zu welcher Selbsterkenntnis er gekommen sein musste, nämlich: "Die Gläubigen sollen beten, dass der Heilige Geist uns wieder erleuchte, und wir wollen mit dem Vertrauen auch die Zuversicht verbinden, dass wir keinen Schaden nehmen werden an unseren höchsten und heiligsten Gütern."
Tief ergriffen von Innitzers Predigt und seinen selbstkritischen Worten klang die Jugendfeier mit dem Herz Jesu-Bundeslied aus; allen, die dabei waren, blieb sie nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sie hatten Mut, Vertrauen, Durchhaltewillen und Kraft geschöpft.
Die politisch-kirchliche Demonstration vor dem Dom
Stimuliert und emotionalisiert strömte die Jugend aus dem Dom in die Öffentlichkeit. Die Domvikare, wie z.B. Josef Schoiswohl, der spätere steirische Bischof, oder der Jugendseelsorger und Domvikar Martin Stur, und die zahlreichen Ordner wollten mit Händen und Füssen und lautem Zurufen eine Demonstration auf dem freien Platz vor dem Dom unbedingt verhindern. Geplant und ausgeschrieben war die Jugendfeier ohnehin nur als: "Feierstunde der Jugend im Dom". Aber die Jugend ließ sich nicht auf den Kirchenraum beschränken, sie wollte in aller Öffentlichkeit ihre Solidarität und Treue zur Kirche und ihrem Bischof bekunden und lautstark demonstrieren. So entlud sich vor dem hohen Dom zu St. Stephan spontan und emotionell die Begeisterung in eine im so genannten III. Reich einmalige Kundgebung für den Bischof bzw. den Kardinal und die Kirche, zugleich gegen den Nationalsozialismus und das NS-Regime. In keiner Stadt "Großdeutschlands" sonst hatte eine vergleichbare Kundgebung stattgefunden.
Der öffentliche Platz wurde nicht, wie gewohnt, von der HJ oder SA oder sonstigen NS-Formationen beherrscht, sondern von der jungen Kirche, der Katholischen Jugend. Sie begann nach Kardinal Innitzer zu rufen, der über die Sakristei und den Seitenausgang ins Palais zurückkehrte, indem sie in Sprechchören gängige Hitler-Rufe auf den Bischof umformulierte und skandierte: "Wir wollen unseren Bischof sehen!" oder gar: "Bischof befiehl, wir folgen dir!" "Es lebe Christus der König" "Ein Volk, ein Reich, ein Bischof" und "Lieber Bischof, sei so nett, zeige Dich am Fensterbrett". Wie schon die Domvikare und die Ordner wollte auch der Kardinal keine Kundgebung in der Öffentlichkeit. Der Augenzeuge Wolfgang Müller-Hartburg berichtet: "Erst nach langem Zögern, ganz in Schwarz gekleidet, kam Innitzer an das geöffnete Fenster im ersten Stock an der Ecke der Rotenturmstraße, zog ein weißes Taschentuch, winkte damit ein wenig und gab dann mit beiden Armen deutliche Zeichen, wir sollten jetzt nach Hause gehen."
Diese ungeplante und ungewollte, spontane, emotionelle Kundgebung der katholischen Jugend gab dem Kardinal, den Bischöfen und der katholischen Bevölkerung zu verstehen, dass die "Pastoralanweisung" im Gefolge der Unterhandlungen zwischen Hitler und dem Kardinal das kirchliche Wirken allzu sehr einengte und folglich so nicht zu halten war.
Hitlerjugend und Gestapo verhafteten von dieser Kundgebung weg Jugendliche. Einige davon wurden sogar später ins KZ verbracht, und gleich am nächsten Tag, am Samstag, dem 8. Oktober, übte die Hitlerjugend bittere Rache an dieser großartigen, einmaligen Jugendkundgebung im "III. Reich", indem sie mit Einbruch der Dunkelheit, also knapp nach 20.00 Uhr, einen brutalen Akt der Kirchenverfolgung lieferte. Sie stürmte das erzbischöfliche Palais, verwüstete, plünderte es und bedrohte den Kardinal wie seine nächste Umgebung am Leib und Leben, während die Polizei tatenlos zusah. Offensichtlich auf der Suche nach dem Jugendseelsorger und Domvikar Martin Stur stürmte der NS-Mob auch das gegenüberliegende Churhaus, und mit dem Hinunterwurf des Domkuraten Johann Krawarik vom Fenster des ersten Stockes in den Hof demonstrierte der NS-Mob seine Rücksichtslosigkeit, seine Brutalität und seine Kirchenfeindlichkeit. Dass der Priester Krawarik bloß schwer verletzt wurde und nicht zu Tode kam, verdankte er einem puren Zufall, er fiel nämlich auf einen zufällig aufgeschütteten Sandhaufen.






