In einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, der Erfahrungsaustausch habe gezeigt, dass es in den Gesellschaften der ehemals kommunistisch beherrschten Länder noch immer schwierig sei, offen und wahrheitsgemäß über die Vorgänge dieser Zeit zu reden. Die "psychologische Last" dieser Epoche wirke nach und führe noch heute zu Polarisierungen und zu Vergiftungen der gesellschaftlichen Atmosphäre durch Verdächtigungen und Hass. Es sei daher wichtig, gerade den jungen Generationen die "historische Wahrheit" zu vermitteln. Auch müsse das Glaubenszeugnis, das Christen in den Zeiten der Verfolgung ablegten, lebendig gehalten werden, betonten die Kardinäle und Präsidenten der Bischofskonferenzen. Der Glaube könne zur Heilung jener Wunden beitragen, die der Kommunismus in den Menschen und in der Gesellschaft hinterlassen hat.
Weiters wird in der Mitteilung an die zahlreichen Herausforderungen erinnert, vor die in Europa auch die Kirche gestellt sei: die Globalisierung und ihre Folgen, Fragen der Bioethik, die Migration, die Friedenssicherung und die Schaffung einer neuen Weltordnung. Auch dem Schutz des Lebens, der Förderung der Familie und der Sicherung der Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen müsse die Kirche besondere Aufmerksamkeit schenken. Sie sollte den Dialog mit allen positiven Kräften suchen und sich für eine Neuevangelisierung und einer Wiederbelebung der "christlichen Wurzeln des alten Kontinents" einsetzen.
Papst sandte Grußworte
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone übermittelte in einem Schreiben Grußworte des Papstes an die Konferenz der ostmitteleuropäischen Kardinäle und Bischöfe. In dem Schreiben wird daran erinnert, dass es unter der kommunistischen Herrschaft schwierig und tatsächlich gefährlich war, das Wort Gottes zu verkünden. Dennoch hätten sich viele an das Wort des Apostels Paulus gehalten, das Evangelium "gelegen oder ungelegen" zu verkünden, und sie hätten dafür auch Verfolgung in Kauf genommen, wie etwa der selige Kardinal Stepinac. Auch angesichts der gegenwärtigen neuen Herausforderungen und Probleme in den Reformländern bleibe der Grundauftrag der selbe: das Evangelium "allen Geschöpfen nahe zu bringen".






