Wanke betonte, über den Beitrag der Katholiken zur "Wende" gebe es bislang noch keine zusammenfassende Darstellung. Erforderlich sei zudem eine Untersuchung über die Rolle der Pfarrgemeinden außerhalb der Großstädte Berlin, Dresden und Leipzig. Auch in den kleineren Städten seien die Pfarren aller christlichen Konfessionen oft zum Ausgangspunkt der Demonstrationen geworden. Deren Gewaltlosigkeit sei wesentlich das Verdienst der vorausgegangenen Friedensgebete, betonte der Bischof. Zudem sei das politische Engagement vieler Katholiken nach 1989 in demokratischen Institutionen eine Folge ihrer Erfahrungen in kirchlichen Gremien.
Auch der frühere Berliner evangelische Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer hob den Einfluss der synodalen Entscheidungsstrukturen in den Kirchen auf die Bürgerrechtsbewegung hervor. Dies habe dazu beigetragen, dass sich die Bürgerrechtsbewegung dezentral entwickelt und sich dadurch zu großen Teilen der Kontrolle des SED-Regimes entzogen habe. Die Staatsorgane hätten den folgenschweren Irrtum begangen, stets vergeblich nach "Rädelsführern" und "Meinungsmachern" zu suchen.






