An dem Dankgottesdienst in der Gethsemanekirche nahmen u.a. der deutsche Bundespräsident Horst Köhler, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreiche Minister ihres Kabinetts sowie internationale Gäste teil. Die evangelische Kirche im Prenzlauer Berg war im Herbst 1989 mit zahlreichen Protestveranstaltungen und Gottesdiensten das Zentrum der Oppositionsbewegung im Osten Berlins. Zollitsch betonte den Dank der Deutschen dafür, dass die Mauer ohne Gewalt und Blutvergießen gefallen sei; er erinnerte an den Einsatz von Johannes Paul II. (1978-2005) für die Einheit Europas.
Differenziert äußerte sich der Erzbischof über das Leben der Menschen in der DDR. Auch in der DDR hätten Menschen in einer verordneten Unfreiheit "mit Anstand und Würde" gelebt. Es habe durchaus auch in dem von Unrecht geprägten Staat ein "Leben in Normalität" gegeben, "auch wenn die Unfreiheit manche Kompromisse und bittere Einschränkungen abverlangte".
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz forderte dazu auf, die Gesellschaft in Deutschland und Europa aus verantworteter Freiheit heraus zu gestalten. Freiheit sei kein Selbstläufer, mahnte er: "Sie will immer neu bejaht und wachsam gehütet werden".






