Kardinal Schönborn thematisierte in seiner ORF-Silvesteransprache die Armut in Österreich. Es wurden Unsummen verspekuliert, durch Leichtsinn verspielt. Das wird uns allen als Last zu spüren sein
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Das Gemälde "Klostersuppe" stellt Ausspeisung im Wiener Franziskanerkloster dar, von Ferdinand Waldmüller aus 1858 Armut einst ... |
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... Armut heute. Selber Ort |
Wien, 31.12.2009 (KAP) Wien, 31.12.09 (KAP) Für solidarische Anstrengungen zur Überwindung der Finanz-, Wirtschafts- und Umweltkrise ist Kardinal Christoph Schönborn in seiner Silvesteransprache im ORF-Fernsehen eingetreten. Die Ansprache wurde an der Pforte des Wiener Franziskanerklosters aufgenommen, eine erste Adresse für jene Menschen, die an den Rand gedrängt sind. Der Aufnahmeort wurde bewusst im Hinblick auf den Beginn des "Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung" gewählt.
Im Wortlaut sagte Kardinal Schönborn: "Ich spreche zu Ihnen heute aus der Pforte des Wiener Franziskanerklosters. Hier an dieser Pforte bekommen täglich arme Menschen Brot und Suppe. Die Zahl der Menschen in unserem Land, die unter die Armutsgrenze gesunken sind, hat stark zugenommen. Die Caritas meldet uns, dass immer mehr Menschen kommen, um Hilfe zu suchen. Nun kann man sagen, vielleicht haben die Menschen es selber verschuldet -durch schlechtes Wirtschaften sind sie in die Schuldenfalle geraten. Die Tatsachen sind anders. Immer mehr Menschen in unserem Land bekommen die Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren. Sie rutschen unter die Armutsgrenze und haben wirklich zu wenig für das tägliche Leben.
Schlimmes ist in unserem Land passiert - nicht nur weltweit mit der Wirtschafts- und Finanzkrise, sondern auch in unserem Land. Es wurden Unsummen verspekuliert, leichtfertig durch politischen und wirtschaftlichen Leichtsinn verspielt. Der Staat musste einspringen, und das wird uns allen in den kommenden Jahren als Last zu spüren sein.
Gefühl der Ohnmacht
Ein Gefühl der Ohnmacht befällt viele Menschen. Die Klimakonferenz von Kopenhagen hat praktisch kein Ergebnis gebracht. In was für eine Zukunft gehen wir? Umweltkatastrophen, finanzielle, wirtschaftliche Schwierigkeiten.
Der Glaube gibt uns trotzdem Hoffnung. Was können wir tun? Wir müssen nicht einfach zuschauen. Wir können einander helfen. Wir können miteinander solidarisch sein. Es ist Zeit, dass wir nicht wegschauen von der Not des Nächsten, denn sie kann auch uns treffen. Und wir dürfen darauf vertrauen: Dort, wo die Hoffnung ist, dort gibt es auch eine Zukunft. Ich lade Sie alle ein, im kommenden Jahr nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern zuversichtlich aufeinander zuzugehen, miteinander solidarisch zu sein und auf Gott zu vertrauen, der uns auch in Zukunft, in einer schwierigeren Zukunft, sicher nicht verlassen wird".
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