Paris, 12.9.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat vor Vertretern der jüdischen Gemeinschaft Frankreichs jede Form von Antisemitismus verurteilt. Zugleich unterstrich der Papst die "eminente Rolle", die die Juden beim Aufbau Frankreichs gespielt hätten.
Der Antisemitismus besitze keinerlei theologische Rechtfertigung, sagte Benedikt XVI. bei einer Begegnung in der Pariser Nuntiatur am Freitag. Im Namen der Kirche bekräftigte er eine Aussage von Pius XI.: "Geistlich sind wir alle Semiten". Er bezog sich dabei auf eine Ansprache seines Vorgängers an belgische Katholiken im Jahr 1938. Antisemitisch zu sein heiße zugleich antichristlich zu sein, sagte Benedikt XVI. mit einem Zitat des französischen Theologen Henri de Lubac.
"Einmal mehr" erwies der Papst den Opfern der Shoah Ehre "wie auch jenen, die dazu beigetragen haben, dass die Namen der Opfer in Erinnerung bleiben". Wörtlich fügte Benedikt XVI. hinzu: "Gott vergisst nicht".
Eindringlich warb Benedikt XVI. für eine Vertiefung des Dialogs. Sowohl auf Grund des Verbindenden als auch auf Grund des Trennenden hätten Christen und Juden eine Freundschaft zu stärken und zu leben. Von ihrer Natur her respektiere die Kirche den Bund des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs mit seinem Volk. Sie respektiere die Juden als "Kinder der Verheißung, als Kindes des Bundes, als die geliebten Brüder im Glauben".






