Linz, 17.2.10 (KAP) In Braunau am Inn startet am Aschermittwoch eine ungewöhnliche Fastenaktion: Der pensionierte Kunstschlosser Franz Forster verzichtet nach dem Abendgottesdienst 24 Stunden lang auf Nahrung und möchte mit Fasten und Beten ein Signal für einen Gesinnungswandel in der österreichischen Flüchtlingspolitik und einen generell humaneren Umgang mit Fremden setzen. Danach wird er von weiteren Mitgliedern der Pfarre St. Franziskus-Neustadt in Braunau abgelöst, die wiederum eine Nacht und einen Tag in der Werktagskapelle ausharren und somit eine "Kette der Solidarität" in der vorösterlichen Fastenzeit bilden. Wie Forster im Gespräch mit "Kathpress" erklärte, ist ihm die immer rigidere heimische Politik gegenüber Menschen ohne österreichischen Pass schon lange ein Dorn im Auge. "Es tut mir weh, dass die Situation von Woche zu Woche schlimmer wird", so Forster; kaum jemand unternehme etwas gegen die wachsende Fremdenfeindlichkeit bzw. deren Schürer. Bereits am vergangenen Heiligen Abend versammelten sich auf Initiative Forsters rund 30 Pfarrangehörige vor der Bezirkshauptmannschaft in Braunau zu einer Andachtsstunde und drückten dem Bezirkshauptmann - quasi als "Stellvertreter" von Innenministerin Maria Fekter - ihre Sorge über die schwindende Großherzigkeit gegenüber Flüchtlingen und Zuwanderern aus. Inspiriert sei er bei seinen Aktionen vom gewaltfreien Engagement der mehrfach für den Friedensnobelpreis vorgeschlagenen Ehrenpräsidentin des Internationalen Versöhnungsbundes, Hildegard Goss-Mayr, berichtete Franz Forster. Er verstehe seine Initiativen auch nicht "gegen" etwas oder jemanden gerichtet, sondern "für" mehr Anstand, Mut und Menschenwürde. Forster machte in seiner Zeit als Leiter eines Braunauer Schlossereibetriebes viele positive Erfahrungen mit Zuwanderern und ist derzeit betroffen davon, dass eine seit sieben Jahren in Österreich lebende kurdische Flüchtlingsfamilie von Abschiebung bedroht ist. Wie viele Braunauerinnen und Braunauer sich bis zum Karsamstag seiner Fastenaktion anschließen werden, weiß Forster noch nicht. Er vertraue "auf höheren Beistand", dass sich noch ausreichend viele Menschen in der im Pfarramt (Sebastianistraße 208A) aufliegenden Teilnahmeliste eintragen werden.






