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Wien, 22.5.09 (KAP) Der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau hat den aktuellen EU-Wahlkampf der FPÖ scharf verurteilt: "Die parteipolitische Angstmache, die Hetze und der Missbrauch christlicher Symbole sind völlig inakzeptabel und menschenverachtend", stellte er in einer Presseaussendung am Freitag fest. "Selbsternannte Kreuzritter" seien "eine Gefahr und eine Schande für unsere Gesellschaft, unser Land und den christlichen Glauben". Das von FPÖ-Obmann H.C. Strache bei einer Wahlveranstaltung als Signum des "Abendlandes" präsentierte Kreuz sei "kein Kampfsymbol, sondern ein Zeichen der Liebe und Versöhnung".
Die "Politik der Ausgrenzung" erfordert nach Überzeugung der Wiener Caritas eindeutige Antworten. Die klare Positionierung von Kardinal Schönborn und mehrerer Spitzenpolitiker sei "daher sehr zu begrüßen".
Landau warnte aber auch davor, das Ausländerthema nur einer Partei zu überlassen: "Die Regierung muss den Sorgen und Ängsten der Menschen mit Information begegnen und sich intensiv der Integrationsthematik stellen." Am geeignetsten dafür wäre nach Ansicht Landaus ein eigenes Staatssekretariat für Integration, das die Caritas schon seit längerem fordert. Es gelte, alle relevanten Ressorts in dieses Arbeitsfeld einzubinden. "Da geht es um mehr als nur um Sicherheit, daher ist das Thema im Innenministerium nicht gut aufgehoben", meinte Landau. Gelungene Integration brauche ein Gesamtkonzept und betreffe Aspekte wie Recht auf Familie, Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale Absicherung, Zugang zur Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse, Möglichkeit der Teilnahme zumindest an der Kommunalpolitik, so Landau.
Integration sei immer ein wechselseitiger Prozess, bei dem alle Beteiligten Schritte aufeinander zugehen müssen. "Aus der täglichen Caritas-Arbeit wissen wir, Integration ist möglich, und gelungene Integration ist für alle Beteiligten positiv und ein Gewinn", betonte Landau. Österreich und Europa müssten "Hasspredigern eine klare Absage erteilen". Was die Menschen wirklich wollen, sei "ein respektvolles und solidarisches Miteinander oder anders gesagt: Respekt vor dem, was anderen Menschen heilig ist!"






