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Wien, 5.5.09 (KAP) Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) übt Kritik an den Wahlkampfslogans der FPÖ zur bevorstehenden Europawahl am 7. Juni. Zusammen mit den Porträts von Parteiobmann Heinz-Christian Strache und EU-Spitzenkandidat Andreas Mölzer wirbt die FPÖ in ihrer Kampagne auf Wahlplakaten und Flugblättern u.a. mit den Slogans "Unser Kurs ist klar: Abendland in Christenhand" und "Tag der Abrechnung". Der Ökumenische Rat verwahre sich "entschieden gegen jede Vereinnahmung des christlichen Glaubens auf Wahlplakaten", betonte dazu am Dienstag ÖRKÖ-Pressesprecher Prof. Helmut Nausner: "Wir stellen klar: Jedes Land ist in Gottes Hand. Christen rechnen nicht ab, sondern stiften Frieden".
Er sehe in den FP-Slogans "den Missbrauch von Religion und eine Anti-Botschaft zum Christentum", sagte der Vorsitzende des ÖRKÖ, der evangelisch-lutherische Altbischof Herwig Sturm, in einem ORF-Interview. Die Gefühle, die hier geweckt werden sollen, hätten mit dem Christentum nichts zu tun. Zugleich betonte Sturm, er hoffe "auf besonnene Persönlichkeiten in der FPÖ".
KFÖ-Präsident Steindl: "Infamer Missbrauch"
Scharfe Kritik an den FP-Plakaten äußerte auch der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreich (KFÖ), Clemens Steindl. Er sehe in den Plakaten einen "infamen Missbrauch des 'Christlichen'", so Steindl in einer Aussendung. Das Christliche werde hier "als Wortkeule" von einer politischen Gruppierung eingesetzt, die selbst aus einer "antiklerikalen Tradition" komme.
Eine Verkehrung des "Christlichen" sieht der KFÖ-Präsident auch in der Absicht der Plakate: "Es geht hier nicht um Integration, sondern um Ausgrenzung, nicht um Verbindendes, sondern um Trennendes, nicht um Versöhnung, sondern um Aufhetzung. Und das ist absolut nicht christlich, sondern infam". Steindl appellierte auch an andere christliche Institutionen, sich gegen diese Form des Missbrauchs zur Wehr zu setzen.






