Große Ansprache vor Kulturschaffenden und Wissenschaftlern am 12. September im neueröffneten "College des Bernardins" - Der Anlass des Frankreichbesuchs Benedikts XVI. ist das 150-Jahr-Jubiläum von Lourdes
Paris, 20.8.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. will bei seinem Frankreichbesuch im September in Paris seine Überlegungen zum Verhältnis von Glauben und Vernunft weiter entfalten. Das wird im Blick auf die große Ansprache des Papstes vor Kulturschaffenden und Wissenschaftlern am 12. September im neueröffneten "College des Bernardins" vermutet. Die Ansprache findet genau zwei Jahre nach der "Regensburger Rede" statt, in der es um genau das gleiche Thema gegangen war.
Das "College des Bernardins" wurde von den Zisterziensern 1245 begründet. Nach der Französischen Revolution wurde das Gebäude u.a. als Feuerwehrkaserne und als Internat einer Polizeischule missbraucht. Der verstorbene Kardinal Jean-Marie hatte den Mut, die Weichen dafür zu stellen, dass das "College" als Akademie der Erzdiözese Paris wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt wird. Der Bau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist das größte französische nicht-liturgische Gebäude aus dem Mittelalter. Es gilt als weltweit einzigartig; selbst den Parisern fehlen die Worte, wenn sie das dreischiffige gotische Juwel mit den 32 Säulen in der Nähe des südlichen Seine-Ufers beschreiben wollen.
Benedikt XVI. wird am 12. September kurz vor Mittag in Paris von Staatspräsident Nicolas Sarkozy empfangen. Gleich nach seiner Ankunft wird der Papst dem Präsidenten einen Besuch im Elysee-Palast abstatten. Gegen 17.30 Uhr kommt Benedikt XVI. ins "College des Bernardins". Anschließend fährt der Papst zur Kathedrale Notre-Dame. Gemeinsam mit Priestern, Diakonen, Seminaristen, Ordensleuten wird die Vesper gebetet. Am Ende der Vesper wird Benedikt XVI. am Ausgang der Kathedrale ein Grußwort an die Jugend richten und eine Gebetswache eröffnen, die ihre Fortsetzung in der Kathedrale und in mehreren Kirchen von Paris finden wird.
Am Samstag, 13. September, feiert der Papst um 10 Uhr auf dem Vorplatz des Invalidendoms die Heilige Messe. Am Nachmittag reist Benedikt XVI. nach Lourdes. Das 150-Jahr-Jubiläum des Marienorts in den Pyrenäen ist der eigentliche Anlass seiner Frankreich-Reise. Noch am Abend besucht der Papst die Grotte von Massabielle.
Der Festgottesdienst in Lourdes ist für Sonntag, 14. September, vorgesehen. Er gilt als einer der Höhepunkte der 150-Jahr-Feiern des Wallfahrtsorts. Mehr als 200.000 Gläubige werden erwartet. Nach dem Festgottesdienst ist eine Begegnung mit den französischen Bischöfen vorgesehen.
Vor der Abreise am Montag, 15. September, zelebriert Benedikt XVI. eine Messe für Kranke vor der Rosenkranzbasilika. Laut Angaben der Französischen Bischofskonferenz wird der Papst einigen Patienten auch die Krankensalbung erteilen.
Lourdes feiert in diesem Jahr den 150. Jahrestag der Marienerscheinungen, die dem Hirtenmädchen Bernadette Soubirous zuteil wurden. Die erste von mehreren Visionen ereignete sich am 11. Februar 1858. Inzwischen pilgern jährlich rund sechs Millionen Menschen nach Lourdes. Die katholische Kirche hat im Laufe der Jahrzehnte 67 medizinisch unerklärliche Heilungen in Lourdes als Wunder anerkannt.
Der Papstbesuch in Frankreich vom 12. bis 15. September ist die zehnte Auslandsreise im Pontifikat Benedikts XVI. Dem Papst sind Kultur und Sprache des Landes ebenso vertraut wie die Deutschlands und Italiens, sein Französisch klingt akzentfreier als sein Italienisch.






