Benedikt XVI. betont bei "fliegender Pressekonferenz" die Bedeutung einer gesunden Laizität und bekennt sich als "frankophil"
Paris, 12.9.08 (KAP) Papst Benedikt XVI. ist als "Bote des Friedens und der Brüderlichkeit" nach Frankreich gekommen. In diesem Sinn äußerte er sich bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Paris-Orly am Freitagvormittag. Begrüßt wurde der Papst von Präsident Nicolas Sarkozy, dessen Frau Carla, und dem Erzbischof von Paris, Kardinal Andre Vingt-Trois. Der Konvoi vom Flughafen zum Stadtzentrum bewegte sich durch ein dichtes Spalier von mehreren Zehntausend Menschen. Eigentlicher Anlass des Frankreich-Besuch von Benedikt XVI. ist das 150-Jahr-Gedenken der Marienerscheinungen von Lourdes.
Bei einer "fliegenden Pressekonferenz" auf dem Flug von Rom nach Paris hatte sich der Papst als "frankophil" bekannt: "Ich liebe Frankreich - die große französische Kultur, die französische Kunst". Im Blick auf die Laizismus-Diskussion betonte Benedikt XVI., dass eine gesunde Laizität nicht im Widerspruch zum Glauben stehe. "Glaube ist keine Politik, und Politik ist keine Religion", so Benedikt XVI. wörtlich. Es handle sich um zwei getrennte Sphären, wobei jeweils die eine offen für die andere sein müsse.
Liturgiereform wird nicht in Frage gestellt
Bei der "fliegenden Pressekonferenz" hat Papst Benedikt XVI. neuerlich klargestellt, dass er die vom Zweiten Vatikanischen Konzil initiierte Liturgiereform nicht rückgängig machen will. Derartige Befürchtungen seien "absolut unbegründet", antwortete er auf Journalistenfragen während seines Flugs nach Paris am Freitag. Die von ihm selbst verfügte allgemeine Wiederzulassung des "alten Usus" als "außerordentlicher Ritus" stelle einen "Akt der Liebe und der pastoralen Toleranz" für Gläubige dar, die am Messbuch von 1962 hängen. "Es ist klar, dass die erneuerte Liturgie die ordentliche Liturgie der Kirche ist", betonte der Papst. In Frankreich, wo die Anhänger des "alten Usus" relativ lautstark sind, hatte der vor einem Jahr in Kraft getretene Papsterlass "Summorum pontificum" für Spannungen gesorgt.
Es gebe keinerlei Gegensatz zwischen der "Liturgie des Konzils" und dem Messbuch von 1962, unterstrich Benedikt XVI.: "Es handelt sich um eine natürliche Entwicklung der Liturgie dieses Jahrhunderts, aber die Entwicklung, auch wenn sie sich entwickelt, bewahrt ihre Identität". Die erneuerte Liturgie betone stärker die gemeinschaftliche Teilnahme am Gottesdienst, sie sei aber mehr als nur eine Versammlung einer Gemeinschaft.






