200.000 Pilger beim Gottesdienst mit Benedikt XVI. auf der "Prairie" - Höhepunkt der Feiern zum 150-Jahr-Gedenken der Marienerscheinungen
Lourdes, 14.9.08 (KAP) Lourdes bedeute eine "Botschaft der Bekehrung und der Hoffnung", sagte Papst Benedikt XVI. vor 200.000 Menschen beim Sonntagsgottesdienst auf der "Prairie" von Lourdes. Die Kirche in Frankreich lud der Papst zu einem neuen missionarischen Aufbruch ein; dabei erinnerte er an die großen Glaubensboten, die das Land Jahrhunderte hindurch hervorgebracht hat. An die vielen Jugendlichen, die nach Lourdes gekommen waren, appellierte Benedikt XVI., nach dem Vorbild Marias zur Einladung Gottes "Ja" vertrauensvoll zu sagen, sowohl zur Berufung zur Ehe als auch zur Berufung zum Priestertum oder zum Ordensleben. Die Messfeier mit dem Papst war der Höhepunkt der Feiern zum 150-Jahr-Gedenken der Marienerscheinungen in Lourdes.
Vor der Altarbühne war - im Hinblick auf das Fest Kreuzerhöhung - von jungen Leuten das Kreuz der Weltjugendtage aufgerichtet worden. Auffallend viele Jugendliche - nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus anderen Ländern - hatten sich in Lourdes eingefunden. In besonderer Weise gedachte der Papst in Lourdes der vielen Christen, die in "unterschiedlichen Weltgegenden" wegen ihres Glaubens "gedemütigt, diskriminiert, ja sogar gefoltert" werden. Am Kreuz habe Jesus "die Last allen Leids und allen Unrechts" auf sich genommen. Das Zeichen des Kreuzes sei die "Synthese" des Glaubens der Christen, weil es den Menschen sage, "wie sehr Gott sie liebt". Zugleich verkünde das Kreuz, dass es eine Liebe gibt, die "stärker ist als der Tod", stärker als "die Schwächen und die Sünden" der Menschen.
Maria habe in Lourdes "die Universalität der Liebe Gottes zu den Menschen" vor Augen geführt, sagte der Papst. Sie stehe für die unüberwindbare Hoffnung, dass der Mensch kein Gefangener des Schicksals ist. Indem Maria sich ganz Gott anvertraute, drücke sie zugleich eine "Haltung der vollen Freiheit" aus. Lourdes solle ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet und ein Ort des Dienstes an Kranken, Armen und Leidenden sein, unterstrich Benedikt XVI. Maria lade in Lourdes alle Menschen, vor allem die Leidenden, dazu ein, "die Augen zum Kreuz Jesu zu erheben, um dort die Quelle des Lebens, die Quelle des Heils zu finden". "Das Gebet ist unverzichtbar, um die Kraft Christi zu empfangen. Wer betet, vergeudet nicht seine Zeit", betonte der Papst.
Der Gottesdienst auf der "Prairie" war von der Präsenz internationaler Pilger und vielen Sprachen geprägt. Jene Sprachen, die üblicherweise in Lourdes verwendet werden, erklangen auch beim Papstgottesdienst: Französisch, italienisch, spanisch, englisch, deutsch und niederländisch. Das Glaubensbekenntnis (Credo) wurde auf Latein gesungen, die Fürbitten erfolgten auch auf arabisch, portugiesisch, polnisch, malayalam und chinesisch.
Konzelebranten des Papstes waren Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone, der französische Episkopat nahezu in seiner Gesamtheit und die in Rom lebenden französischen Kardinäle Roger Etchegaray, Jean-Louis Tauran und Paul Poupard. Mehrere französische Politiker - so Innenministerin Michele Alliot-Marie, Wohnbauministerin Christine Boutin, aber auch die Frau des früheren Präsidenten, Bernadette Chirac - waren beim Gottesdienst anwesend.






