Lourdes, 15.9.08 (KAP) Mit einer Messe für Kranke und Behinderte hat Papst Benedikt XVI. am Montag seinen Aufenthalt in Lourdes beendet. Auf dem Vorplatz der Wallfahrtsbasilika rief er zum Vertrauen auf die Hilfe der Gottesmutter auf. Marienverehrung sei kein "frommer Infantilismus", sagte der Papst. Es sei ein Ausdruck spiritueller Reife und der Einsicht in die eigene Schwäche und Armut vor Gott. Das lächelnde Antlitz Marias spiegele die Würde der Gotteskindschaft wider, die auch kranke Menschen nie verlasse, betonte Benedikt XVI. vor rund 50.000 Gottesdienstteilnehmern. Die Kirche sei dazu verpflichtet, gegenüber Leidenden ebenso aufmerksam zu sein wie Maria.
In einer für Päpste ungewöhnlichen Geste spendete Benedikt XVI. im Lauf der Feier zehn Personen das Sakrament der Krankensalbung. Sechs Frauen und vier Männern unterschiedlicher Nationen salbte er Stirn und Hände und sprach ihnen den Beistand Christi zu.
Das Leiden könne die Fundamente des Vertrauens erschüttern und am Wert des Lebens verzweifeln lassen, sagte der Papst in seiner Predigt: "In aller Demut möchte ich allen sagen, die leiden, die ringen und die versucht sind, dem Leben den Rücken zu kehren: Wendet euch Maria zu! Im Lächeln der Jungfrau liegt geheimnisvoll verborgen die Kraft, gegen Krankheit und für das Leben zu kämpfen. Bei ihr findet sich auch die Gnade, ohne Furcht und Bitterkeit diese Welt zu verlassen, in der Stunde, die Gott bestimmt hat".
An der Quelle von Lourdes, die von so vielen Kranken aufgesucht werde, führe Maria die Gläubigen zu ihrem Sohn als "einziger Quelle des Heils". Christus sei kein Arzt nach weltlichem Verständnis, sagte der Papst: "Um uns zu heilen, bleibt er nicht außerhalb des erfahrenen Leidens". Christus trage das Leiden gemeinsam mit dem Kranken und durchbreche die Isolation des Schmerzes. So werde der Kranke mit Christus gleichgestaltet und habe teil an der neuen Schöpfung.






