Rom (KAP) Papst Benedikt XVI. will am 2. Mai 2010 die Erzdiözese Turin besuchen und vor dem GrabtuchJesu beten. Das teilte der Erzbischof der norditalienischen Metropole, Kardinal Severino Poletto, am Dienstag in einem Brief an seine Diözese mit. Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch, das den Abdruck eines Gekreuzigten zeigt, ist vom 10. April bis 23. Mai kommenden Jahres öffentlich im Dom von Turin zu sehen. Zur letzten öffentlichen Präsentation der Reliquie im Sommer 2000 waren über eine Million Pilger gekommen. Bei einer Sonderausstellung 1998, zu der auch Papst Johannes Paul II. anreiste, waren es 2,5 Millionen.
Normalerweise ist das Tuch, das die Spuren der in der Bibel beschriebenen Foltern und der Kreuzigung aufweist, in einer Seitenkapelle des Turiner Doms unter Verschluss. Über die Echtheit des "Santa Sindone" wird seit Jahrzehnten unter Wissenschaftlern gestritten. Eine Untersuchung nach der C-14-Methode im Jahr 1988 datierte das Leinen auf das Mittelalter. Dieses Ergebnis wird jedoch inzwischen von den meisten Forschern angezweifelt: Brandspuren, Löschwasser sowie spätere Ausbesserungsarbeiten hätten das Material verunreinigt und das Resultat verfälscht.






