Nach zehn Jahren beginnt in der Stadt am Samstag wieder eine Ausstellung des berühmten Grabtuchs "Sacra Sindone"
Turin-Wien, 08.04.2010 (KAP) Nach zehn Jahren beginnt in Turin am Samstag wieder eine Ausstellung des berühmten Grabtuchs "Sacra Sindone". Drei Millionen Pilger werden bis Ausstellungsende am 23. Mai erwartet; 1,5 Millionen haben sich bereits online angemeldet. Papst Benedikt XVI. hat sein Kommen für den 2. Mai angekündigt. Unter den angemeldeten Diözesanpilgergruppen sind die von Kardinal Christoph Schönborn und Kardinal Andre Vingt-Trois (Paris) angeführten Gruppen die prominentesten. Am Montagabend, 12. April, wird Kardinal Schönborn im Turiner Dom außerdem einen öffentlich zugänglichen Vortrag zum Thema "Passio Christi - Passio Hominis" halten. Die von Kardinal Schönborn geleitete diözesane Pilgerreise - insbesondere für die Leser des "Sonntag", der Wochenzeitung der Erzdiözese Wien - führt bis 13. April u.a. zur Grabtuch-Ausstellung im "Museo della Sindone" und zur Wirkungsstätten des Heiligen und Sozialpioniers Don Giovanni Bosco (1815-88), dem Gründer des Salesianerordens. Die Reise findet in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie der Erzdiözese Wien statt, die in den Jahren 2002 und 2003 zwei internationale wissenschaftliche Kongresse zum Turiner Grabtuch organisiert hat. Die wichtigsten Ergebnisse der beiden Kongresse sind in dem von der Leiterin der Wiener Katholischen Akademie, Elisabeth Maier, herausgegebenen Band "Das Turiner Grabtuch" (Dom-Verlag) zusammengefasst. Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch zeigt die Abdrücke eines gefolterten Menschen. Der vordere Abdruck zeigt den Kopf und das Gesicht eines Mannes von 1,70 bis 1,80 Metern Größe, mit langen Haaren, Schnurr- und geteiltem Backenbart. In den Haaren und im Gesicht sind Blutspuren sichtbar, die Gesichtszüge lassen auf zahlreiche Verletzungen wie Schwellungen unter dem Auge und am Unterkiefer schließen. Auf der rechten Seite des Oberkörpers sieht man eine Schnittwunde, die einen großen Blutfleck hinterließ. Weiters weist der Körper zahlreiche Verletzungen auf, die von Geißelungen her rühren. Forschungsergebnisse aus der jüngeren Vergangenheit legen den Schluss nahe, dass das Turiner Tuch tatsächlich aus der Zeit Jesu stammt und nicht aus dem Mittelalter. Die Mittelalter-These kam in Folge des - inzwischen wieder umstrittenen - Radiocarbontests von 1988 auf. Der Erzbischof von Turin, Kardinal Severino Poletto, hatte 2007 mit Benedikt XVI. über die Möglichkeit einer Grabtuch-Ausstellung im "kleinen Jubiläumsjahr" 2010 beraten. Vor zwei Jahren entschied der Papst positiv und gab seine Entscheidung bei der Audienz für eine große Turiner Diözesanwallfahrt im Vatikan bekannt. Er komme damit dem Wunsch des Turiner Erzbischofs entgegen, so der Papst. Die Ausstellung soll sich in das pastorale Erneuerungsprogramm der Erzdiözese Turin einfügen. Sie galt 2008 der Fernstehenden-Pastoral, 2009 dem "Wort Gottes" und 2010 der "Passion Christi".






