Caritas Österreich entsendet drei Katastrophenhelfer nach Haiti - Caritas-Präsident Küberl: "Das Entsetzlichste sind die Schreie der Kinder"
Wien (KAP) Die zahlreichen internationalen Hilfswerke und Helfer vor Ort werden in Haiti "einen langen Atem brauchen". So lautet die Prognose des Caritas-Auslandshilfechefs Christoph Petrik-Schweifer. Wie Petrik-Schweifer im Gespräch mit "Kathpress" am Freitag unterstrich, erschwere die besondere politische Situation Haitis den derzeitigen Hilfseinsatz zusätzlich: Haiti gelte nicht nur als "Armenhaus Lateinamerikas", sondern im Blick auf das fehlen einer funktionierenden Regierung und Administration als "lost country", so Petrik-Schweifer. Neben der derzeitigen Akuthilfe sei daher eine nachhaltige Aufbauhilfe notwendig: "Es wird mindestens ein Jahr dauern, bis die Menschen in Haiti wieder auf eigenen Beinen stehen und Hoffnung schöpfen können".
Die Caritas Österreich wird in den nächsten Tagen drei Katastrophenhelfer nach Haiti entsenden, die koordinierend im vorhandenen Caritas-Netzwerk vor Ort, das u.a. zwei große Lebensmittellager und über 200 Gesundheitszentren umfasst, tätig werden sollen. Bislang konnten aus den Caritas-Lebensmittellagern rund 1.500 Familien unterstützt werden, so Petrik-Schweifer, außerdem beteilige sich die Caritas Österreich an der Organisation eines Nahrungsmitteltransports für weitere 50.000 Menschen.
Küberl: "Das Entsetzlichste sind die Schreie der Kinder"
Am Rande einer Pressekonferenz am Freitag in Wien nahm auch Caritas-Präsident Franz Küberl zur Lage in Haiti Stellung. Zwar seien die Opferzahlen noch immer nicht genau zu beziffern, die Caritas-Mitarbeiter vor Ort berichteten jedoch, dass "das Entsetzlichste dieses ganzen Dramas die Schreie der Kinder" seien.
Auch wenn die Caritas Haiti eine "durch eine Reihe von Katastropheneinsätzen gut trainierte Organisation" sei, würden derzeit alle der rund 200 Caritas-Mitarbeiter vor Ort "über dem Limit arbeiten", so Küberl. Derzeit gebe es aufgrund zusammengebrochener Kommunikationsnetze noch keine strukturierte Hilfe, man könne jedoch davon ausgehen, dass sich die Hilfe in etwa einer Woche eingespielt haben werde und Zuständigkeiten und Kompetenzen klarer verteilt seien, so der Caritas-Präsident.






