Nuntius Auza: Vierstöckiges Bischofshaus "ein Trümmerhaufen"
Vatikanstadt (KAP) Der Vatikanbotschafter in Haiti, Erzbischof Bernardito Auza, kann die Zahl der beim Erdbeben umgekommenen Priester und Ordensleute noch nicht angeben. Gegenüber dem vatikanischen Missionspressedienst "Fides" berichtete Auza am Freitag von dramatischen Zuständen. Trinkwasser werde knapp, es gebe kein Benzin mehr und der Strom sei ausgefallen. In der Hauptstadt Port-au-Prince fehle es an allem. Die Menschen müssten sich auf lang andauernde Versorgungslücken einstellen.
Das Priesterseminar der Hauptstadt sei größtenteils zerstört. Neun Priesteramtsstudenten und ein Lehrer seien bei dem Beben ums Leben gekommen, vier Studierende würden noch vermisst. Unterdessen hätten sich mehrere Kirchenverantwortliche in der Nuntiatur versammelt, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Auza schilderte auch nähere Umstände zum Tod des Erzbischofs von Port-au-Prince, Serge Miot. Demzufolge wurde Miot durch die Wucht der Erdstöße am Dienstagnachmittag vom Balkon seiner Wohnung geschleudert. Das vierstöckige Bischofshaus sei nurmehr "ein Trümmerhaufen". Unter dem Schutt seien auch Generalvikar Charles Benoit und weitere Führungskräfte der Erzdiözese begraben worden.






