Vatikanstadt-Paris-Port au Prince, 19.01.2010 (KAP) Von den in Haiti tätigen Orden gibt es eine erste Opferbilanz. Allein in den Schulen und Seminaren der Salesianer und Montfort-Missionare starben mehr als 270 Ordensleute und Studenten.
Nach vatikanischen Medienberichten von Dienstag kamen in verschiedenen Schulen des Salesianerordens vermutlich rund 250 Schüler gemeinsam mit einem Laienangestellten und zwei Seminaristen bei dem Erdbeben ums Leben. Von den Don-Bosco-Schwestern erlitt eine Ordensfrau Verletzungen.
Der Montfortaner-Missionsorden beklagt zehn getötete Seminaristen und einen Pater. Aus dem weiblichen Zweig der Gemeinschaft starben drei Ordensfrauen. Drei weitere Vermisste sind aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls tot.
Die Viatoristen haben laut den Angaben eine tote Angestellte und drei verletzte Ordensmitglieder zu beklagen.
Die Redemptoristen überstanden das Beben zwar mit erheblichen Gebäudeschäden, aber ohne Todesopfer. Ein Ordensmann der Gemeinschaft wurde verletzt.
"Hilfe muss langfristig erfolgen"
Der Präsident des Päpstlichen Rates "Cor Unum", Kardinal Paul Josef Cordes, plädierte am Dienstag für eine langfristige Aufbauhilfe. Cordes befürwortete eine Vernetzung der Caritas mit staatlichen Entwicklungsorganisationen. Haiti werde ein zentrales Thema der Tagung der päpstlichen Lateinamerika-Stiftung "Populorum Progressio" sein. Das Treffen soll im Juli in Santo Domingo stattfinden, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik.
"Wir haben in der Vergangenheit viel Hilfe für Haiti geleistet, und wir werden das weiter tun", erklärte der Kurienkardinal. Zugleich sei aber die geistliche Verbundenheit mit den Haitianern und die seelsorgliche Hilfe von erstrangiger Bedeutung. Denn ohne Glaube wäre diese Tragödie für viele eine noch größere Katastrophe, so Cordes.
Die Rektoren der französischen Kathedralen starteten ebenfalls am Dienstag einen Appell zur Rettung der Kathedrale in Port-au-Prince. Es sei richtig, dass dies nicht die vordringliche Hilfsmaßnahme sei, heißt es in dem vom Kathedral-Rektor der Erzdiözese Lyon, Michel Cacaud, gestarteten Aufruf. Es sei aber nötig, sich für den Wiederaufbau des beim Erdbeben zerstörten Gotteshauses zu engagieren, wenn Haiti von den Titelseiten verschwunden sei, so Cacaud auf der Webseite der Erzdiözese. Er hoffe auf die Großzügigkeit der französischen Katholiken. Dem Spendenaufruf schlossen sich die Rektoren aller französischen Kathedralen an.






