Caritas-Auslandshilfechef Petrik-Schweifer: Internationale Staatengemeinschaft gefordert
Wien-Port-au-Prince (KAP) "Die Sicherheit bei den Verteilungen der Hilfsgüter zu gewährleisten, ist nun das vordringlichste Ziel, damit die Hilfe ankommt." Das hat Christoph Petrik-Schweifer, Caritas-Auslandshilfechef und Vorstandsvorsitzender von "Nachbar in Not" am Dienstag betont. Hier sei vor allem die internationale Staatengemeinschaft gefordert. Der Vorschlag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, 3.500 Blauhelme zusätzlich in Haiti zu stationieren, sei lebensnotwendig für die Menschen in Haiti.
Die Caritas konnte bisher in der Hauptstadt Port-au-Prince aus drei bestehenden Katastrophenvorsorge-Lagern kurz nach dem Erdbeben Decken, Zelte, Werkzeuge, Wasser und Lebensmittel an tausende Betroffene verteilen. Nun sollen weitere 50.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt werden.
Aus Österreich ist die u.a. Caritas-Katastrophenhelferin Sabine Wartha vor Ort, die neue Verteilzentren in Pfarren, Gesundheitszentren sowie bei einem Spital organisiert. Die Menschen bekommen sauberes Wasser, Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Zelte.
Malteser bereiten weitere Einsätze vor
Auch die Malteser sind in die internationalen Hilfsmaßnahmen voll eingebunden. Seit Sonntag arbeiten drei Ärzte der Malteser im Krankenhaus "Franz von Sales" in Port-au-Prince. Laut einem der Ärzte, Prof. Klaus Runggaldier, ist die Lage immer noch schwierig, aber eine grundlegende medizinische Versorgung sei zunehmend möglich.
Über COTADO, eine Partnerorganisation aus der Dominikanischen Republik, starten die Malteser die Verteilung von Nahrungsmitteln und Medikamenten an fünf Auffanglagern und Notfallkliniken am Stadtrand von Port-au-Prince. Mehre tausend Erdbebenopfer erhalten so dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente.
Das von den Maltesern unterstützte Krankenhaus "Sacre Coeur" im Norden Haitis ist mittlerweile an der Kapazitätsgrenze: Schwerstverletzte Erdbebenopfer werden mit Helikoptern in die Klinik gebracht. Fast bei jedem Patient müssten Amputationen durchgeführt werden, berichten die Malteser.
Diakonie im Süden des Landes
Die Diakonie Katastrophenhilfe konnte am Sonntag in Port-au-Prince mit der Verteilung von Hilfsgütern beginnen. Zwei Mitarbeiter konnten inzwischen auch die Stadt Jacmel, südlich von Port-au-Prince, erreichen. Sie organisieren mit lokalen Einrichtungen und den Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Action by churches together) die Verteilung der Hilfsgüter und die Errichtung von Notunterkünften.






