Wien, 24.01.2010 (KAP) Ein Solidaritäts- und Gedenkgottesdienst für die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Haiti wird am Montag, 25. Jänner, um 18 Uhr, im Wiener Stephansdom gefeiert. Hauptzelebrant ist der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der als Bischofsvikar auch für die anderssprachigen katholischen Gemeinden in der Erzdiözese Wien zuständig ist. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgt der Chor der französischsprachigen afrikanischen Gemeinde in Wien mit ihrem Priester Pierre Tiemoko. Der Gottesdienst ist auch ein kirchlicher Beitrag zur Aktion "Haiti in Not" am Montag. Die Verbindung zwischen Haiti - dem einzigen unabhängigen französischsprachigen Staat Lateinamerikas - und den französischsprachigen Staaten West- und Äquatorialafrikas ist sehr stark. Die meisten Haitianer sind Nachfahren der schwarzen Sklaven, die zu Hunderttausenden aus Westafrika auf die Antillen gebracht wurden. Einer der eindrucksvollsten Symbolorte dieses Sklavenhandels ist bis heute die Insel Goree vor der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Johannes Paul II. formulierte bei seinem Besuch auf Goree im Jahr 1992 eine große Vergebungsbitte für die jahrhundertelange Beteiligung vieler Katholiken am Sklavenhandel. Dabei erinnerte er daran, dass bereits Pius II. im Jahr 1462 den Sklavenhandel als "großes Verbrechen" bezeichnet hatte. Aber es sollte noch fast 400 Jahre dauern, bis der transantlantische Sklavenhandel unterbunden war.






