Wien, 26.01.2010 (KAP) Zum Gebet und zum Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti hat der Wiener Weihbischof Franz Scharl am Montagabend im Wiener Stephansdom bei einem Solidaritätsgottesdienst aufgerufen. Er wünsche sich, so Scharl, dass der Name Haiti in Zukunft nicht nur an eine Katastrophe erinnert, sondern auch an ein einzigartiges Aufbauprogramm für die Menschen des Landes. Scharl betonte, dass Österreich einen besonderen Grund habe, sich mit Haiti solidarisch zu zeigen: Als Österreich 1938 von der politischen Landkarte verschwand, sei Haiti neben Mexiko das einzige Land gewesen, das dagegen protestierte. "Auch das sollte ein Grund sein, heute kräftig zu helfen", so Scharl wörtlich. Der Wiener Weihbischof wies darauf hin, dass Haiti am Beginn des 19. Jahrhunderts als erstes lateinamerikanisches Land seine Unabhängigkeit erringen konnte. Bis ins 20. Jahrhundert hätten jahrelang nur die politischen Vertreter Haitis sowie jene Liberias auf dem internationalen Parkett die Stimme für Menschen mit schwarzer Hautfarbe erheben können. Gleichzeitig habe Haiti für seine Unabhängigkeit auch bitter bezahlt, erinnerte Scharl an die Diktaturen in dem Land und die Missachtung durch die internationale Staatengemeinschaft. Der Gottesdienst im Stephansdom war ein kirchlicher Beitrag zum Aktionstag "Haiti in Not" am Montag. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgte der Chor der französischsprachigen afrikanischen Gemeinde in Wien.






