Geschäftsführer Roniger: Erdbeben hat behinderte Menschen in besonderer Weise betroffen - Langfristige Aufbauprojekte geplant - Positive Spendenbilanz für 2009 Wien, 27.01.2010 (KAP) Die österreichische Hilfsorganisation "Licht für die Welt" beteiligt sich an der weltweiten Hilfsaktion für Haiti. Wie der Geschäftsführer von "Licht für die Welt", Rupert Roniger, bei der Bilanzpressekonferenz der Organisation am Mittwoch in Wien bekanntgab, wurden 300.000 Euro für die Soforthilfe freigegeben. Gemeinsam mit der deutschen Christoffel Blindenmission wird laut Roniger von dem Geld zum einen ein regionales Rehabilitationszentrum und ein mobiles Serviceteam zur Betreuung behinderter Menschen aufgebaut; zum anderen sollen die zum Teil zerstörten HNO- und Augenfachkliniken innerhalb der stark vom Erdebeben betroffenen Universitätsklinik von Port-au-Prince wieder aufgebaut werden. Bei nahezu 200.000 schwer verletzten Personen sei laut Roniger mit einem hohen Maß an bleibenden Schäden bei diesen Personen zu rechnen. Daher müsse man neben der Soforthilfe auch nachhaltig den Aufbau einer Infrastruktur zur Betreuung dieser zu erwartenden bleibend behinderten Menschen forcieren. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu einem Drittel der Verletzten bleibende Behinderungen davontragen wird. Durch die ergriffenen Maßnahmen und Projekte will "Licht für die Welt" in den nächsten sechs Monaten rund 1.000 Menschen erreichen und versorgen. Ein Personaleinsatz aus Österreich ist derzeit nicht vorgesehen, so Roniger weiter. Hier baue man auf die Kooperation mit der deutschen Christoffel Blindenmission, die bereits seit 1973 in Haiti tätig ist und auf ein großes Netz von Helfern und Erfahrung zurückgreifen kann. Roniger: "Wir werden dafür sorgen, dass Menschen, die seit dieser Katastrophe mit einer Behinderung leben, die Chance auf eine Zukunft und ein selbstbestimmtes Leben bekommen." Die Autorin und Moderatorin Chris Lohner, die sich seit vielen Jahren für "Licht für die Welt" engagiert und eine persönliche Beziehung zu Haiti hat, appellierte bei der Pressekonferenz, nicht in der Hilfe nachzulassen: "Jetzt ist Hilfe angesagt!" Karl Rigal, Oberarzt am Wiener Hanusch-Krankenhaus, sieht durch das verheerende Erdbeben in Haiti die Gefahr einer "neuen Generation behinderter Menschen". Die Zahl der täglich durchgeführten Amputationen von Gliedmaßen an schwer verletzten Menschen sei enorm, so Rigal; Notoperationen retten Leben, sie machten Menschen jedoch oftmals auch zu Behinderten. Ruth Picker, Geschäftsführerin der ARGE "Globale Verantwortung", betonte indes die Chance, die das Erdbeben zugleich nun für das Land eröffnet habe: "Durch die Katastrophe sind die Augen der Weltöffentlichkeit auf Haiti gerichtet. Es besteht nun eine Chance, dass langfristig genügend Mittel mobilisiert werden, um die Lebensbedingungen der Menschen in Haiti grundlegend und nachhaltig zu verbessern." Dies könne jedoch nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort geschehen, so Picker. Positive Jahresbilanz 2009 "Licht für die Welt" legte im Rahmen der Pressekonferenz auch die Bilanz zum Jahr 2009 vor. Diese zeige sich trotz der aktuellen Wirtschaftskrise "erstaunlich positiv", so Roniger. "2009 war für 'Licht für die Welt' ein schwieriges, aber gutes Jahr. Wir konnten unsere Hilfe ausweiten - deutlich mehr Operationen am Grauen Star durchführen und mehr behinderte Kinder fördern". Im Jahr 2009 hat 'Licht für die Welt' in 127 Hilfsprojekten (15 mehr als im Jahr davor) 37.500 Star-Operationen ermöglicht und 16.500 behinderte Kinder betreut. Weltweit wurden insgesamt rund 600.000 Menschen erreicht. Von 127.162 Einzelpersonen, Firmen und Institutionen kamen 8,14 Millionen Euro, diese Einnahmen stiegen um 6,13 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Negativ ausgewirkt habe sich die Wirtschaftskrise auf Sachspenden, öffentliche Mittel und Vermächtnisse: Die Gesamterlöse seien deswegen von 10,33 Millionen Euro 2008 auf 9,79 Millionen Euro zurückgegangen. Diese Zahlen nahm Roniger zugleich zum Anlass einer scharfen Kritik an den finanziellen Zuwendungen durch die öffentliche Hand. Hier sei - entgegen anderslautender Zusagen - ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
Haiti: "Licht für die Welt" leistet 300.000 Euro Soforthilfe






