Münschen (KAP) Naturkatastrophen wie das Erdbeben von Haiti sind nach den Worten des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx eine schwere Prüfung für den Glauben. Auf die Frage, wie ein gütiger Gott das zulassen könne, habe auch er als Bischof keine letzte Antwort, sagt Marx in einem Hörfunkbeitrag, der am Samstag im zweiten Programm des Bayerischen Rundfunks gesendet wird. Dasselbe gelte für einzelne Lebensschicksale, etwa wenn zwei Menschen von einem Felsbrocken erschlagen würden. Er wisse aber auch, "dass dann, wenn es keinen Gott gibt, all diese Leiden sinnlos sind und die Menschen noch tiefer in die Nacht gestoßen werden". Gott sei es nicht gleichgültig, was mit den Menschen geschehe, so der Bischof. Nur der Glaube an einen Gott, der sich selbst ins Leid der Welt hinein begeben habe, lasse diesen Menschen Gerechtigkeit widerfahren. "Der Blick auf den gekreuzigten Gott ist keine einfache Antwort, aber die einzige Hoffnung", erklärt Marx. Deshalb versammelten sich die Gläubigen jeden Sonntag, um Tod und Auferstehung Jesu zu feiern, zusammen mit den Verstorbenen und allen Opfern der Geschichte. Nach Ansicht des Erzbischofs hat die weltweite Reaktion auf das Erdbeben in Haiti gezeigt, wie sehr die Menschheit sich auch als Familie empfinden könne. Wichtig sei jetzt vor allem, dass die Hilfe die Opfer erreiche und die Menschen in Haiti wieder eine Lebensperspektive bekämen.
Erzbischof Marx: Naturkatastrophen stellen den Glauben auf die Probe






