Zur traditionellen Ansprache und dem anschließenden Segen "Urbi et orbi" waren trotz Regens mehrere zehntausend Menschen auf den Petersplatz gekommen
Vatikanstadt (KAP) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Osterbotschaft zu Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Besonders für das Heilige Land bete er um einen wahren und endgültigen Aufbruch aus Krieg und Gewalt zu Frieden und Eintracht, sagte der Papst am Sonntag. Den bedrängten Christen im Irak sprach er Trost und Ermutigung aus der Auferstehung Jesu zu. Zudem lenkte er den Blick auf weitere internationale Krisenherde. Zu der traditionellen Ansprache und dem anschließenden Segen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) waren trotz des strömenden Regens mehrere zehntausend Menschen auf den Petersplatz gekommen.
Benedikt XVI. nannte Ostern und die Taufe den "Anfang einer umfassenden Befreiung, die fähig ist, jede menschliche, persönliche und soziale Dimension zu erneuern". Die Menschheit brauche "nicht oberflächliche Verbesserungen, sondern eine geistige und moralische Verwandlung", sagte der Papst: "Sie bedarf des Heils des Evangeliums, um aus einer Krise herauszukommen, die tief ist und deshalb tiefe Veränderungen verlangt, angefangen von den Gewissen der Menschen."
Mit Blick auf den lateinamerikanischen Kontinent beklagte Benedikt XVI. ein Erstarken der Kriminalität in Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Ostern solle dort zu einem "Sieg des friedlichen Zusammenlebens und der Achtung des Gemeinwohls" beitragen. Die Bevölkerung in der Erdbebenregion Chiles rief er zu Beharrlichkeit beim Wiederaufbau auf. In Haiti seien die Katastrophenopfer bereits von Trauer und Verzweiflung zu einer neuen Hoffnung aufgebrochen, so der Papst. Dabei erinnerte er auch an die internationale Solidarität für den Karibikstaat.
Weiter rief Benedikt XVI. zu einem Ende der Konflikte in Afrika auf, vor allem im Kongo, in Guinea und Nigeria. Nur Frieden und Versöhnung böten eine Gewähr für die Entwicklung des Kontinents.
Besonders erinnerte der Papst auch an die verfolgten Christen in Pakistan und bat für Länder, die vom Terrorismus und von sozialen oder religiösen Diskriminierungen betroffen sind, um Kraft zu einem neuen Dialog.
Im Wirtschaftsleben und bei Finanzaktionen müssten endlich die Kriterien der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der brüderlichen Hilfe gelten, appellierte Benedikt XVI. an die Regierenden der Weltgemeinschaft. Die "rettende Kraft der Auferstehung Christi" solle der Menschheit helfen, die "vielfachen und tragischen Äußerungen einer sich ausbreitenden Kultur des Todes zu überwinden", so der Papst.






