Rom-Istanbul, 01.04.2010 (KAP) Weltweit ca. 2,2 Milliarden Christen erinnern am Karfreitag an den Tod Jesu und feiern zu Ostern die Auferstehung Christi. Westkirchen (ca. 1,9 Milliarden Gläubige) und Ostkirchen (ca. 300 Millionen Gläubige; mitgliedstärkste Kirchen in Russland und Äthiopien) feiern Ostern heuer ausnahmsweise am selben Datum. Seit dem Konzil von Nizäa (Isnik) im Jahre 325 wird das wichtigste Fest der Christenheit am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht in allen Bereichen gefolgt ist, feiern Ost und West Ostern zumeist an unterschiedlichen Tagen. Auch innerhalb der größten christlichen Konfession, der katholischen Kirche mit weltweit 1,23 Milliarden Gläubigen, existieren in mehreren Ländern Osteuropas, Nord- und Ostafrikas, des Nahen Ostens sowie in Indien und in der amerikanischen Diaspora kleine, mit der ostkirchlichen Tradition verbundene unierte Ortskirchen. Sie feiern nach westlichem Kalender, aber nach östlicher Tradition. Das Oberhaupt der Weltorthodoxie, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, veröffentlichte bereits zu Beginn der Karwoche seine traditionelle Osterbotschaft. Der Patriarch beklagt darin die aktuelle globale und über die Ökonomie hinaus reichende Krise und bezeichnete "Hybris" - Hochmut - als deren Wurzel. Die Passion Jesu sei der Weg zur Überwindung der Hybris gewesen; Jesus habe den Tod und die Sünde besiegt und führe sein Erlösungswerk in der heutigen Welt weiter, so Bartholomaios. Am späten Karsamstagabend, 3. April, beginnen weltweit in den orthodoxen Kirchen die mehrstündigen Auferstehungsliturgien ("Anastasis"). In der Regel finden sie erst um 23 Uhr - also zu späterer Stunde als die katholischen Osternachtgottesdienste - statt. Die orthodoxen Gläubigen kommen dann ein zweites Mal am Ostersonntag zu Mittag in die Kirchen, wo im Anschluss an die Liturgie traditionell auch eine große Agape-Feier mit geweihten Speisen abgehalten wird. In der Liturgie der Osternacht wird sowohl von Katholiken als auch von Orthodoxen eine Reihe von Symbolen eingesetzt, um den Auferstehungsglauben zu verdeutlichen: So etwa das zu Anfang des Gottesdienstes entzündete Feuer, mit dem Christus als Licht der Welt begriffen werden soll, oder das während der Feier gesegnete Wasser, das an die Taufe erinnert. Die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament machen den "Heilsplan" Gottes deutlich.






