Innsbruck, 03.12.2009 (KAP) Der bevorstehenden UN-Klimakonferenz vom 7. bis 18. Dezember in Kopenhagen komme eine "entscheidende Bedeutung für eine von Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl geprägte Entwicklung zu". Dies betonte der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer bei einer Fachtagung der österreichischen "Arbeitsgemeinschaft Schöpfungsverantwortung" in Innsbruck. Bei dieser Tagung wurden Möglichkeiten des Energiesparens und des effizienten Energieeinsatzes in kirchlichen Einrichtungen erörtert.
Der im Wesentlichen von den Menschen in Industrieländern verursachte Klimawandel stellt laut Scheuer im globalen Ausmaß "eine erhebliche Gefährdung der Lebensgrundlagen der heutigen und kommenden Generationen sowie der Artenvielfalt der Natur dar". Die Auswirkungen des Klimwandels bedrohten "Leben, Gesundheit, Nahrung und Sicherheit - und damit grundlegende Menschenrechte - von vielen hundert Millionen Menschen".
Als "Gebot der Stunde" erachtet Scheuer einen neuen globalen "Gesellschaftsvertrag für nachhaltigen und gerechten Klimaschutz", der nach Ablauf des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012 in Kraft tritt. Konkrete Reduktionsziele für klimaschädigende Emissionen seien ebenso "unverzichtbar" wie detaillierte Finanzierungspläne. Zugleich müsse es zu einer völkerrechtlichen Verbindlichkeit der Ziele und Maßnahmen kommen.
Schutz für Klimaflüchtlinge
Nachdrücklich wies der Tiroler Bischof auf ein bisher wenig diskutiertes Problem hin: auf den politischen und völkerrechtlichen Umgang mit Klimaflüchtlingen. Da sie derzeit im internationalen Rechtssystem nicht als Flüchtlinge anerkannt sind, sollten sie "unter den Schutz der Völkergemeinschaft" gestellt werden, forderte Scheuer. Es gelte, "rechtzeitig geeignete institutionelle Verankerungen für den Rechtsstatus von Umweltflüchtlingen zu erarbeiten". Dies könne z. B. die Vereinbarung eines Zusatzprotokolls zur Genfer Flüchtlingskonvention" oder ein eigenständiges völkerrechtliches Instrument sein, "das für die Umweltflüchtlinge einen besonderen Schutzstatus schafft". Vor allem müsse die internationale Gemeinschaft auf finanzielle und technische Hilfe zum Schutz der Flüchtlinge verpflichtet werden.
"Sturmläuten" während der UN-Klimakonferenz
Bischof Scheuer wies darauf hin, dass alle katholischen und evangelischen Pfarren in Österreich, aber auch in ganz Europa und in anderen Ländern der Welt zu einem "Sturmläuten für ein gerechtes Klimaabkommen" aufgerufen sind. Dieses Läuten der Kirchenglocken werde am Sonntag, 13. Dezember, um 15 Uhr stattfinden. Die Gläubigen seien eingeladen, nach dem Glockenläuten für einen guten Abschluss der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen zu beten.






