Wien, 09.12.2009 (KAP) Auf den engen Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Armutsvermeidung hat der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau aufmerksam gemacht. Landau äußerte sich am Mittwoch anlässlich der Übergabe eines Gutscheins über 15.000 Euro durch Umweltminister Nikolaus Berlakovich für eine neue Pelletsheizung an die Wiener Caritas-Werkstätte "Am Himmel". Die sozialen Probleme in der sogenannten Dritten Welt würden massiv mit dem Klimawandel zusammenhängen. Deswegen genüge es nicht, Armut zu bekämpfen ohne gleichzeitig zu sehen, dass durch den Klimawandel neue Armut erzeugt wird, mahnte Landau: "Klimaschutz und Armutsvermeidung gehen Hand in Hand."
Ausbaden müssten den Klimawandel vor allem jene Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, die ihn am wenigsten verursacht haben. Schon jetzt müssten weltweit eine Milliarde Menschen Hunger leiden. Langfristig seien durch den Klimawandel weitere 600 Millionen Menschen von Hunger bedroht.
Die Caritas fordere daher von Österreich die versprochene Erhöhung der Entwicklungshilfe und im Katastrophenfonds eine Aufstockung und eine Zweckwidmung für Katastrophenprävention von derzeit fünf Millionen Euro um eine weitere Million, so Landau: "Denn auch Katastrophenvorsorge ist das Gebot der Stunde".
Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel seien keine Fragen des Könnens sondern des Wollens, hielt der Caritasdirektor fest: "Da geht es nicht zuletzt ganz wesentlich um die Verpflichtungen unserer Gesellschaft gegenüber den Notleidenden auf der ganzen Welt - diesen Verpflichtungen muss auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nachgekommen werden".
Weiter appellierte Landau wörtlich: "Wir müssen jetzt handeln. Und niemand muss auf Politik, Freunde oder Verwandte warten, jeder kann sofort beginnen, jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten".
Unabhängig vom Ergebnis des derzeit in Kopenhagen laufenden Klimagipfels müsse Österreich endlich beginnen, vom Klima-Schlusslicht der EU zum Vorreiter zu werden. Landau mahnte ein entsprechendes Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Reduktionsmaßnahmen im Inland ein. Diese reichten von einer CO2-Steuer und einer thermischen Sanierungsoffensive bis hin zu einem neuen Ökostromgesetz.
Minister Berlakovich sagte seine Einsatz beim Klimagipfel in Kopenhagen zu und betonte vor allem auch die Notwendigkeit eines Bewusstseinswandels. Jeder könne aktiv etwas zum Klimaschutz beitragen.
Vorzeigeprojekt für soziale Verantwortung und Klimaschutz
Im Zuge des umfangreichen Umbaus in der Caritas-Werkstätte "Am Himmel" wurde auch dringend eine neue Heizung benötigt, denn die völlig veraltete Öl- bzw. Gasheizung hatte sowohl energetisch als auch wirtschaftlich längst ausgedient. Mit einer modernen Pelletsheizung habe man nun eine klimaschonende und langfristig kostengünstige Lösung gefunden so Landau. Die Caritas-Einrichtung solle in Zukunft "ein Vorzeigeprojekt für soziale Verantwortung und Klimaschutz sein".
"Am Himmel" werden 50 Kinder und Jugendliche mit intellektueller und mehrfacher Behinderung in sechs Wohngruppen, in einem Hort und in einer Schule betreut, begleitet und unterrichtet. Am Standort befindet sich weiters auch eine Beschäftigungstherapie für Jugendliche (nach der Beendigung der Schulpflicht) und Erwachsene mit intellektueller Behinderung.
Die Übergabe des Gutscheins für den neuen Pelletskessels fand anlässlich des Abschlusses des klima:aktiv Programms "holzwärme" statt. Seit dem Start des Programms wurden 65.000 Holzheizungen in Österreich installiert. Die Bilanz: Eine Reduktion von über 200.000 Tonnen CO2.
Zur Verfügung gestellt wurde der Gutschein für die neue Caritas-Heizung vom Heizkesselhersteller Fröling, einem Mitgliedsunternehmen von proPellets Austria.






