Traditioneller "Affruntata"-Umzug nach Einschüchterungsversuch durch Ndrangheta-Mitglieder abgesagt
Rom, 05.04.2010 (KAP) Wegen des Ausschlusses von Mafiosi bei einer Osterprozession sind im süditalienischen Sant'Onofrio Schüsse gefallen. Unbekannte feuerten auf das Haus des Organisators des traditionellen "Affruntata"-Umzugs, wie die italienische Zeitung "Il Giornale" in ihrer Montagsausgabe berichtete. Anscheinend handelte es sich um einen Einschüchterungsversuch der kriminellen Vereinigung 'Ndrangheta. Dem Bericht zufolge hatte Ortsbischof Luigi Renzo verboten, Mitglieder solcher Organisationen an religiösen Zeremonien mitwirken zu lassen. Nach dem Vorfall vom Samstagabend habe der Pfarrer in Absprache mit dem Bischof und der Polizei die für nächsten Sonntag geplante Prozession abgesagt. Bei der "Affruntata" werden Statuen Jesu, der Schmerzensmutter Maria und des heiligen Johannes von jeweils vier Männern durch die Straßen des kalabresischen Ortes getragen. Laut "Il Giornale" nutzten in der Vergangenheit teils vorbestrafte Kriminelle und 'Ndrangheta-Mitglieder die Veranstaltung für eine Demonstration ihrer Präsenz. Bischof Renzo hatte dieser Praxis den Kampf angesagt. Im April vergangenen Jahres war nach Angaben der Zeitung der Gemeinderat von Sant'Onofrio wegen Verdachts auf mafiöse Strukturen aufgelöst worden.






