Wien-Rom, 06.04.2010 (KAP) Ein Hauptwerk der Sakralkunst aus Wien spielte beim diesjährigen Karfreitagskreuzweg im römischen Kolosseum eine tragende Rolle: Der Kreuzweg, den Joseph Führich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Pfarrkirche St. Johann Nepomuk in Wien-Leopoldstadt geschaffen hat. Die Bilder des Führich-Kreuzwegs schmückten das von der "Libreria Editrice Vaticana" in einer Auflage von 30.000 Exemplaren herausgebrachte Feierheft für die Teilnehmer im Kolosseum. Die eindrucksvollen Kreuzwegbilder wurden aber auch in die weltweite TV-Übertragung aus dem römischen Kolosseum eingeblendet. Der Führich-Kreuzweg in der Leopoldstadt gilt als eines der Hauptwerke der "nazarenischen Malerei" des 19. Jahrhunderts.
Der Pfarrer von St. Johann Nepomuk, Konstantin Spiegelfeld, freut sich über die große Aufmerksamkeit für den Schatz aus seiner Pfarrkirche, berichtet der "Pressedienst der Erzdiözese Wien": "Dieser Kreuzweg von Joseph Führich ist geistig und kunsthistorisch sehr bedeutsam. Die Bilder zeigen, wie Jesus durch seine unendliche Liebe Gott und Mensch, Mensch und Mensch verbindet. Der Sinn dieser Bilder ist es, umfassende Versöhnung und Gemeinschaft zu bewirken".
In der Pfarrbroschüre über den Führich-Kreuzweg schreibt Lorenz Wollein: "Führich war nicht nur die Gestaltung, sondern auch der religiöse Inhalt der Kreuzweg-Fresken ein geradezu missionarisches Anliegen. Er gehörte in seiner Jugend den Nazarenern an, die auch durch ihren klösterlichen Lebensstil, ihr Aussehen - langes Haar und wallende Kleider - Aufmerksamkeit erregten. Damit waren sie der Jüngergemeinschaft Jesu ähnlich, die Gruppenbezeichnung 'Nazarener' war dadurch bald geboren. Relativ rasch nach der Fertigstellung der Fresken (6. Oktober 1846) wurde der Kreuzweg erstmals kopiert; bis heute ist er in hunderten Kirchen weltweit zu finden. Damit ist Führichs Kreuzweg bis heute der meist kopierte Kreuzweg."






