Der weltberühmte "Pfarrer von Ars" starb vor 150 Jahren
Das Priester-Jahr soll am Herz-Jesu-Fest mit einem Vesper-Gottesdienst im Vatikan beginnen. Zu diesem Anlass werden die Reliquien des heiligen Pfarrers durch den Ortsbischof von Belley-Ars auf dem Petersplatz gebracht werden. Das Jahr soll der moralischen und geistigen Vertiefung der rund 400.000 katholischen Priester in der Welt dienen, hob der Papst in seiner Ansprache hervor.
Jean Vianney wurde am 8. Mai 1786 in Dardilly geboren und arbeitete zunächst auf dem väterlichen Bauernhof. Da er den Wunsch hatte, Priester zu werden, besuchte er ab 1805 die Pfarrschule von Pfarrer Balley in Ecully bei Lyon, wo er als unbegabt galt und nur bescheidene Fortschritte machte. 1809 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Eine Erkrankung hinderte ihn am Einrücken. Nach seiner Genesung sollte er der Truppe folgen, ließ sich jedoch zur Desertion überreden. Er lebte unter dem falschen Namen "Jerome Vincent" und arbeitete ab 1810 als Dorfschullehrer. Durch eine Amnestie für Fahnenflüchtige konnte er 1811 sein Studium fortsetzen und das Seminar in Verrieres-en-Forez und Lyon besuchen. Obwohl er große Schwierigkeiten beim Erlernen der lateinischen Sprache hatte, wurde er durch die Bemühungen Pfarrer Balleys und wegen seiner Frömmigkeit am 13. August 1815 in Grenoble zum Priester geweiht.
Vianney war zunächst Kaplan bei Pfarrer Balley in Ecully und ab 1818 Pfarrer in Ars-sur-Formans bei Lyon, einer religiös desinteressierten Gemeinde, die damals 240 Einwohner hatte. Vianney traf auf eine tote Gemeinde, beklagte sich aber nicht. Er lebte in persönlicher Armut, betete viel und führte ein strenges Bußleben. Er begann die desolate Ortskirche zu renovieren, gründete 1818 eine Rosenkranzbruderschaft, später eine Eucharistische Bruderschaft, 1824 eine Mädchenschule, 1827 ein Haus für Halb- und Vollwaisen (La Providence) und 1832 eine Knabenschule.
Bald wurde Vianney ein gesuchter Beichtvater, der intuitiv die Probleme der Beichtenden erfasste. Etwa ab 1826 wurde Ars ein Pilgerort, weil die Menschen seine Predigten hören und bei ihm beichten wollten. Es wird berichtet, dass er täglich vierzehn Stunden im Beichtstuhl saß. Zeitweise quälten ihn Zweifel an seiner Berufung zum Priester. Wegen Arbeitsüberlastung versuchte er mehrmals aus Ars zu fliehen, um ein beschauliches Leben zu führen, wurde aber von den Ortsbewohnern wieder zurückgeholt. Er starb am 4. August 1859 an Überanstrengung.






