Das "Jahr des Priesters" soll die weltweit mehr als 400.000 katholischen Geistlichen an die Ideale ihrer Berufung erinnern und für Priesternachwuchs werben
Vatikanstadt, 21.6.09 (KAP) Der Dienst des Priesters ist "unverzichtbar für die Kirche und für die Welt", betonte Papst Benedikt XVI. zum Auftakt des internationalen "Jahres des Priesters". Es sei die Aufgabe der Geistlichen, unter den Menschen von heute als Boten der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens zu wirken. "Die Kirche braucht heiligmäßige Priester", so der Papst. Auch für die Geistlichen gelte der ständige Ruf zur Umkehr.
Nichts lasse die Kirche so sehr leiden "wie die Sünden ihrer Hirten", stellte Benedikt XVI. fest. Dabei verwies er u.a. auf Priester, die die Gläubigen mit "Privatlehren" in die Irre führen oder ihnen durch Nachlässigkeit oder Schuld Schaden zufügen.
Das "Jahr des Priesters" soll die weltweit mehr als 400.000 katholischen Geistlichen an die Ideale ihrer Berufung erinnern und für Priesternachwuchs werben. Äußerer Anlass der Initiative ist das 150. Todesjahr des heilig gesprochenen Pfarrers von Ars, Jean-Marie Vianney (1786-1859). Während des "Jahres des Priesters" sind weltweit in den Diözesen Veranstaltungen aller Art geplant. Seinen Abschluss findet das Themenjahr mit einem internationalen Priestertreffen vom 9. bis 11. Juni 2010 in Rom.
Die Initiativen werden von der vatikanischen Kleruskongregation koordiniert. Deren Sekretär, Erzbischof Mauro Piacenza, sagte im Gespräch mit "Radio Vatikan": "Unsere Kongregation ist im Kontakt mit allen Bischofskonferenzen. Wir stoßen dort auf reges Interesse und viele Ideen. In vielen Kathedralen und Wallfahrtsorten in aller Welt finden Gebetsfeiern statt, um mit den Priestern die Freude über dieses Gnadenjahr zu teilen".
Erzbischof Piacenza sieht im Pfarrer von Ars ein "Modell" für die Priester von heute - "trotz zeitbedingter Formen, die einem heute überholt vorkommen". Wörtlich meinte der Sekretär der Kleruskongregation: "Wenn man die Biografie des Pfarrers von Ars aufmerksam liest, dann stößt man zwar auf einige zeitbedingte Ausdrücke und Haltungen, aber man versteht auch, dass der Kern seines Denkens und seines Dienstes absolut aktuell ist. Er war nämlich wirklich ein Grenzgänger: Pfarrer in einer armen und schwierigen Gemeinde, wo der Glaube schwach und die Sitten eher lax waren. Er hat sich nicht den Leuten angepasst, sondern eine Radikalität gelebt, die mit der Zeit seine ganze Umgebung angesteckt hat".
Die Kleruskongregation hat inzwischen eine Website freigeschaltet, die über das Priesterjahr informiert: www.annussacerdotalis.org






