Kardinal Vlk zelebrierte Festgottesdienst zum Abschluss der Eisenstädter Pastoraltagung im Zeichen des goldenen Priesterjubiläums von Bischof Iby
Eisenstadt, 9.7.09 (KAP) Mit einer Reflexion über die tiefen spirituellen Quellen der priesterlichen Berufung und des priesterlichen Lebens hat der Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk, den Eisenstädter Diözesanbischof Paul Iby gewürdigt. Kardinal Vlk leitete den Festgottesdienst aus Anlass des goldenen Priesterjubiläums von Bischof Iby am Dienstag im Eisenstädter Dom. Jede priesterliche Berufung und jedes priesterliche Leben müsse auch heute noch als "ein großes Geheimnis zwischen Gott und dem Menschen" begriffen werden, so Vlk. Gerade in Zeiten persönlicher Krisen und Anfechtungen sei es wichtig, sich dieses Charakters der Berufung immer wieder neu bewusst zu werden, betonte der Kardinal im Blick auf das derzeitige "Jahr des Priesters".
Im Mittelpunkt des priesterlichen Lebens müsse auf der einen Seite die Eucharistiefeier, auf der anderen Seite das konkrete Engagement für die Menschen stehen, mahnte Vlk. In beiden Fällen müsse der Priester das Wirken Jesu Christi vergegenwärtigen. "Theoretisch ist uns diese Gegenwart klar, aber in unserem alltäglichen Leben scheint sie mir nicht immer konkret genug gelebt zu werden". Der Festgottesdienst bildete zugleich den Höhepunkt der burgenländischen Pastoraltagung, die am 6./7. Juli im Eisenstädter "Haus der Begegnung" stattfand. Die Tagung befasste sich mit dem Thema "Priester im Spannungsfeld der Zeit". Festredner war Kurienkardinal Walter Kasper. In seinem Vortrag verwies Kasper auf die bleibende Relevanz des Priestertums in der heutigen Zeit. Gerade in einer Zeit der Orientierungslosigkeit und der Sinnsuche sei das Priesteramt "ein für die Menschen notwendiger und notwendender Dienst", so Kasper. Als weiterer Redner sprach der Wiener Pastoraltheologe em.Prof. Paul M. Zulehner über die Notwendigkeit einer "pastoralen Grundspannung" zwischen Evangelium und Kultur. Der Spagat, in dem sich der Priester entsprechend heute befinde, bestehe darin, "gleichermaßen Gott und den Menschen nahe zu sein". Darin bestehe "das Kreuz der Priester", dem sie mit Spiritualität und Liebe zu den Menschen begegnen sollten.






