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"Katholisch.at" hat für Sie die neue Sozialenzyklika von Papst Benedikt XVI., "Caritas in veritate" (Die Liebe in der Wahrheit), gelesen und kapitelweise zusammengefasst. Sie gliedert sich in sechs Kapitel und behandelt die Themen Globalisierung, Entwicklung, Wirtschaft, Armut und Solidarität.
Den Wortlaut der Enzyklika finden Sie hier.
Ein Dossier mit weiteren Informationen finden Sie hier.
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Grundpfeiler einer "Stadt des Menschen"
In der Einleitung legt Benedikt XVI. dar, dass der Titel "Die Liebe in der Wahrheit" ein zentrales Leitprinzip der kirchlichen Soziallehre darstellt, das gerade in einer Zeit der "fortschreitenden und um sich greifenden Globalisierung" eine besondere Relevanz besitze. Denn "nur mit der vom Licht der Vernunft und des Glaubens erleuchteten Liebe" sei es möglich, "Entwicklungsziele zu erreichen, die einen menschlichen und vermenschlichenderen Wert besitzen", so der Papst. Liebe müsse stets von Wahrheit und Vernunft beseelt bleiben, um nicht "in Sentimentalität" abzurutschen. Erst die Wahrheit befreie die Liebe "von den Verengungen einer Emotionalisierung, die sie rationaler und sozialer Inhalte beraubt", schreibt der Papst. Von Vernunft geleitete Nächstenliebe und das Streben nach dem Gemeinwohl würden so zu Grundpfeilern für den Aufbau einer universalen "Stadt des Menschen".
"Populorum progressio" fortschreiben
Ausdrücklich unterstreiche Benedikt XVI. im ersten Kapitel der Enzyklika die bleibende Relevanz und Aktualität von "Populorum progressio", der vor 40 Jahren veröffentlichten Sozialenzyklika von Papst Paul VI. "Caritas in veritate" wolle sich "auf den vorgezeichneten Weg begebe(n), um sie in der gegenwärtigen Zeit zu aktualisieren", schreibt der Papst.
Papst Paul VI. habe mit seiner Enzyklika klar die Bedeutung der "wirtschaftlichen Strukturen und der Institutionen" auf der einen Seite erkannt, zugleich aber auch die Bedeutung der menschlichen, verantwortlich wahrgenommenen Freiheit als Bedingung der menschlichen Entwicklung reflektiert. "Wenn die Entwicklung nicht den ganzen Menschen und jeden Menschen betrifft, ist sie keine wahre Entwicklung. Das ist die zentrale Botschaft von Populorum progressio, die heute und immer gilt", so Benedikt XVI.
Neue Aufbrüche aus der Krise
Eine erste Reflexion auf die Grundzüge der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise unternimmt der Papst im zweiten Kapitel unter der Überschrift "Die Entwicklung des Menschen in unserer Zeit". Die Krise sei demnach ein "Anlass zu Unterscheidung und neuer Planung", ein Ruf zum Aufbruch. Die "Demarkationslinie zwischen reichen und armen Ländern" sei jedoch heute nicht mehr so deutlich wie zur Zeit Papst Pauls VI., so dass die Unterscheidung der Geister schwieriger werde: In den reichen Ländern entstünden neue Formen der Armut; in manchen ärmeren existiere ein "unannehmbarer Kontrast" zwischen "verschwenderischer und konsumorientierter Überentwicklung" und "entmenschlichendem Elend".
Einen Grund für die Krisensituation macht der Papst in dem Versäumnis aus, nach dem Ende des Kommunismus 1989 keine "globale Neuplanung der Entwicklung" und keine wirtschaftliche Neuorientierung vollzogen zu haben. Konkret trage jedoch die "zunehmende Mobilität des Finanzkapitals" und der Produktionsmittel Schuld an der Krise. Eine "neue Wertbestimmung der Rolle und der Macht der Staaten" stehe daher an.
Der Papst geht auch auf die Tendenz zur Reduzierung der Netze sozialer Sicherheit ein. Die Rechte der Arbeiter, die fundamentalen Menschenrechte und die "in den traditionellen Formen des Sozialstaates verwirklichte Solidarität" seien dadurch in ernster Gefahr. Die Unsicherheit der Arbeitsbedingungen habe auch Auswirkungen auf psychologische Stabilität und Ehen; es komme zu Formen "menschlichen Niedergangs".
Die Wirtschaft: kein wertefreier Raum
Mit Vehemenz klagt Benedikt XVI. im dritten Kapitel ("Brüderlichkeit, wirtschaftliche Entwicklung und Zivilgesellschaft") die "transzendente Dimension" des Menschen gerade in den heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen ein. So habe das Vergessen dieser Dimension dazu geführt, dass der Mensch der Überzeugung anhänge, "sich selbst zu genügen und in der Lage zu sein, das in der Geschichte gegenwärtige Übel allein durch das eigenen Handeln überwinden zu können". Dies habe den Menschen laut Benedikt XVI. dazu verleitet, "das Glück und das Heil in immanenten Formen des materiellen Wohlstands und des sozialen Engagements zu sehen".
Dennoch hält der Papst ausdrücklich fest, dass der freie Markt und das Wirtschaftsleben nicht per se schlecht seien. Verzerrungen und Störungen des Marktes seien nicht dem Wesen des Marktes an sich inhärent, vielmehr sind sie laut Benedikt XVI. Ausdruck einer "Ideologie". Wo sich Verantwortliche etwa "nur von egoistischen Interessen leiten lassen", könne der Markt und das Finanzwesen tatsächlich "in schadenbringende Mittel" umschlagen, doch diese Verzerrungen liegen nicht in der Funktionsweise des Marktgeschehens selbst begründet, ist der Papst sicher. Daher richte sich der Appell nicht an den Markt an sich, "sondern an den Menschen", so der Papst, "an sein moralisches Gewissen und an seine persönliche und soziale Verantwortung".
Der Bereich der Wirtschaft sei also "weder moralisch neutral noch von seinem Wesen her unmenschlich und antisozial". Er gehöre vielmehr "zum Tun des Menschen" und müsse daher "nach moralischen Gesichtspunkten strukturiert und institutionalisiert werden". Kriterien hierzu wären etwa das "Prinzip der Unentgeltlichkeit" und eine Erinnerung an die "Logik des Geschenks".
Als konkreten Ort dieser alternativen Logiken des Marktgeschehens schlägt Benedikt XVI. die Zivilgesellschaft vor. Neben den gewinnorientierten Unternehmungen müsse auch Platz für jene Unternehmen sein, die nach sozialen Zielen streben. Wo beide Formen zusammentreffen, so hofft Benedikt XVI., könne es zu einer "Zivilisierung der Wirtschaft" kommen. Eine Ausdehnung der reinen Marktlogik führe hingegen dazu, dass "die Solidarität in den Beziehungen zwischen den Bürgern, die Anteilnahme und die Beteiligung sowie die unentgeltliche Tätigkeit verloren" gehen, so der Papst.
Zugleich erinnert Benedikt XVI. daran, dass der Prozess der Globalisierung nicht auf den weltweiten Warenverkehr reduziert werden dürfe. Hinter diesem Prozess stehe vielmehr "eine zunehmend untereinander verflochtene Menschheit". Ziel dieses Prozesses müsse daher die "Einheit der Menschheitsfamilie und ihr Voranschreiten im Guten" sein. Es bedürfe daher immer auch einer "für die Transzendenz offenen kulturellen Ausrichtung des globalen Integrationsprozesses", schreibt der Papst. Der Mensch sei in diesem Prozess aufgerufen, "Gestalter" zu werden und sich von Vernunft, Wahrheit und Liebe leiten zu lassen.
"Humanökologie" und "menschenfreundliche Ethik"
Im vierten Kapitel ("Entwicklung der Völker, Rechte und Pflichten, Umwelt") unterstreicht Benedikt XVI. erneut die Notwendigkeit einer wertegeleiteten Ethik auch in der Wirtschaft: "Die Wirtschaft braucht nämlich für ihr korrektes Funktionieren (...) eine menschenfreundliche Ethik". Angesichts der vielfältigen Verwendung des Begriffs "Ethik" im Bereich vom Wirtschaft und Finanzen warnt der Papst allerdings vor einer drohenden "Abnützung" des Adjektivs "ethisch". Dies könne dazu führen, "dass unter seinem Deckmantel Entscheidungen und Beschlüsse durchgehen, die der Gerechtigkeit und dem wahren Wohl des Menschen widersprechen".
Zentral bleibe in diesem Zusammenhang nämlich das moralische Bezugssystem der Erschaffung des Menschen als "Abbild Gottes". Eine Wirtschaftsethik, die nicht auf den daraus resultierenden beiden Säulen - die unverletzlichen Würde der menschlichen Person und der transzendenten Wert der natürlichen moralischen Normen - fuße, würde "unvermeidlich Gefahr laufen, ihre moralische Qualität zu verlieren und sich instrumentalisieren zu lassen (...) sie würde riskieren, zu einer Funktion für die bestehenden Wirtschafts- und Finanzsysteme zu werden, statt zum Korrektiv ihrer Missstände".
Insgesamt, so der Papst, müsse man sich nicht nur darum bemühen, "ethische" Sektoren in Ökonomie und Finanzwesen zu schaffen, "sondern dass die gesamte Wirtschaft und das gesamte Finanzwesen ethisch sind und das nicht nur durch eine äußerliche Etikettierung".
Generell mahnt Benedikt XVI. "die dringende moralische Notwendigkeit einer erneuerten Solidarität, besonders in den Beziehungen zwischen den Entwicklungsländern und den hochindustrialisierten Ländern" ein. Einen Schwerpunkt legt die Enzyklika dabei auf die Energieproblematik. So stelle etwa das Aufkaufen der nicht erneuerbaren Energiequellen durch einige Staaten, einflussreiche Gruppen und Unternehmen ein "schwerwiegendes Hindernis für die Entwicklung der armen Länder" dar, kritisiert der Papst. Diese Praxis führe zu Ausbeutung und Konflikten zwischen und innerhalb der Staaten.
Die technologisch fortschrittlichen Gesellschaften fordert Benedikt XVI. zur Verringerung ihres Energieverbrauchs und der verstärkten Suche nach alternativen Energieformen auf. Überhaupt spricht sich der Papst für eine "eine weltweite Neuverteilung der Energiereserven" aus. Das Schicksal der Länder, die über keine eigenen Energiequellen verfügten, dürfe nicht "den Händen des zuerst Angekommenen oder der Logik des Stärkeren überlassen werden".
In einem weiteren Schritt ruft Benedikt XVI. die Staaten dazu auf, "die Unversehrtheit der auf die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau gegründeten Familie" mit politischen Maßnahmen zu unterstützen. Die Politik müsse sich vor allem der wirtschaftlichen und finanziellen Probleme von Familien, "den Grund- und Lebenszelle der Gesellschaft" wie es in der Enzyklika heißt, widmen.
Die "moralisch verantwortungsvolle Offenheit für das Leben" wertet der Papst als sozialen und wirtschaftlichen Reichtum. "Daher wird es zu einer sozialen und sogar ökonomischen Notwendigkeit, den jungen Generationen wieder die Schönheit der Familie und der Ehe vor Augen zu stellen sowie die Übereinstimmung dieser Einrichtungen mit den tiefsten Bedürfnissen des Herzens und der Würde des Menschen".
Schließlich plädiert der Papst für eine "richtig verstandene Ökologie des Menschen". Kirche müsse in umfassender Weise ihre Verantwortung für die Schöpfung wahrnehmen. Dies bedeute neben der Verteidigung der Erde, des Wassers und der Luft "als Gaben der Schöpfung" vor allem, "den Menschen gegen seine Selbstzerstörung schützen", schreibt Benedikt XVI. Die Beschädigung der Natur hänge eng mit der Kultur des menschlichen Zusammenlebens zusammen.
Globalisierung und Subsidiarität
Der Frage nach Leitprinzipien eines weiteren globalen Zusammenwachsens geht Benedikt XVI. im fünften Kapitel ("Die Zusammenarbeit der Menschheitsfamilie") nach. Globalisierung bedürfe der politischen wie der sozialen Steuerung, soll sie zu einem echten Fortschritt und zu einem Zusammenwachsen der Menschheit beitragen und nicht zerstörerische Züge annehmen, so der Papst. Hierzu fordert Benedikt XVI. die Orientierung am "Prinzip der Subsidiarität" als wirksamstes Mittel gegen jede Form eines "bevormundenden Sozialsystems". Benedikt XVI. wörtlich: "Sie [die Subsidiarität] kann sowohl die vielfache Gliederung der Ebenen und daher der Vielfalt der Subjekte erklären als auch ihre Koordinierung. Es handelt sich demnach um ein besonders geeignetes Prinzip, um die Globalisierung zu lenken und sie auf eine echte menschliche Entwicklung auszurichten."
Eng verknüpft sei damit auch die Forderung nach einer globalen Solidarität. Diese müsse sich insbesondere in einer neuen Fokussierung auf die Entwicklungszusammenarbeit erweisen. Entwicklungszusammenarbeit dürfe dabei nicht auf die "wirtschaftliche Dimension" allein beschränkt bleiben, sie müsse vielmehr "eine gute Gelegenheit zur kulturellen und menschlichen Begegnung werden" und die betreffenden Länder in die Lage versetzen, zu aktiven und eigenständigen Teilnehmern am globalen Marktgeschehen zu werden. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise spielt der Aufbau und die Hilfe für die armen Länder daher eine besondere Rolle, so der Papst. In diesem Zusammenhang mahnt der Papst auch, "die auf der Ebene der internationalen Gemeinschaft übernommenen Verpflichtungen einzuhalten".
Ein weiterer, sich zum globalen sozialen Phänomen auswachsender Faktor der Globalisierung stelle laut Papst Benedikt XVI. das Phänomen der Migration dar. "Wir können sagen, dass wir vor einem sozialen Phänomen epochaler Art stehen, das eine starke und weitblickende Politik der internationalen Kooperation verlangt", so der Papst. Bei allen politischen Steuerungen und Lösungsvorschlägen müsse jedoch stets die Würde der menschlichen Person gewahrt bleiben: "Jeder Migrant ist eine menschliche Person, die als solche unveräußerliche Grundrechte besitzt, die von allen und in jeder Situation respektiert werden müssen".
Im Blick auf das Finanzwesen ruft der Papst die Finanzmanager dazu auf, "die eigentlich ethische Grundlage ihrer Tätigkeit wieder (zu) entdecken". Regulierungsmaßnahmen und die Entwicklung einer neuen Finanzmarktarchitektur im Sinne der Absicherung der Armen und der Schwachen seien sinnvoll und müssen gefördert werden. Ebenso müsse im Interesse der Ärmsten etwa in den Entwicklungsländern das Mikrofinanzwesen gestärkt werden.
"Echte politische Weltautorität"
Da die Bewältigung der derzeitigen Krise sowie die soziale Steuerung der Globalisierungsprozesse nicht von einzelnen Ländern allein geleistet werden können, bedarf es laut Benedikt XVI. zum einen einer Reform der Vereinten Nationen sowie zum anderen einer einheitlichen Gestaltung der internationalen Wirtschafts- und Finanzsysteme. Notwendig sei eine "echte politische Weltautorität", so der Papst. Nur diese könne der Wirtschaftskrise entgegensteuern, die Gefahr neuer Ungleichgewichte vorbeugen, zur weiteren Abrüstung beitragen, Sicherheit und Frieden gewähren, den Umweltschutz fördern und die Migrationsströme steuern. Zugleich müsse sich eine solche Autorität an das Recht gebunden und den Prinzipien der Subsidiarität und Solidarität verpflichtet fühlen.
Papst Benedikt XVI. wörtlich: "Die ganzheitliche Entwicklung der Völker und die internationale Zusammenarbeit erfordern, dass eine übergeordnete Stufe internationaler Ordnung von subsidiärer Art für die Steuerung der Globalisierung errichtet wird und dass eine der moralischen Ordnung entsprechende Sozialordnung sowie jene Verbindung zwischen moralischem und sozialem Bereich, zwischen Politik und wirtschaftlichem und zivilem Bereich, die schon in den Statuten der Vereinten Nationen dargelegt wurde, endlich verwirklicht werden."
Die Religionen seien in dieser Situation aufgefordert, ihren Beitrag zum Zusammenwachsen der Völker zu leisten. Dies sei jedoch nur möglich, so der Papst, "wenn Gott auch im öffentlichen Bereich (...) Platz findet". Ein Ausschluss der Religion aus der Öffentlichkeit behindere die Begegnung der Menschen und lasse das öffentliche Leben verarmen und die Politik ein "unerträgliches und aggressives Gesicht" annehmen. Dabei gelte es zu beachten, dass Religionsfreiheit nicht bedeute, dass alle Religionen gleich sind, mahnte der Papst. Religionen müssten das "Kriterium der Liebe und der Wahrheit" erfüllen, da sie nur so auch zum Wohle der sozialen Gemeinschaft wirkten. Das Christentum, so der Papst, trage dieses Kriterium in sich.
"Sittliche Verantwortung im Umgang mit der Technik"
In einem abschließenden Kapitel ("Die Entwicklung der Völker und die Technik") reflektiert der Papst schließlich auf die zwiespältige Rolle der modernen Technik: sie kann dem Menschen zum Nutzen sein, ebenso jedoch auch zur Geißel werden, wo sie zum Selbstzweck werde. Technik müsse immer vom Geist und von der Vernunft beherrscht bleiben. Vor diesem Hintergrund gelte es, eine "Erziehung zur sittlichen Verantwortung im Umgang mit der Technik" zu entwickeln.
Gleiches gelte auch für die sozialen Kommunikationsmittel. Auch hier gelte es, "Sinn und Zielsetzung der Medien auf anthropologischer Grundlage" zu suchen und in ihnen somit die "Gelegenheit zur Humanisierung" zu entdecken. Dazu seien die Medien auf die Förderung der Menschenwürde auszurichten und in den "Dienst der Wahrheit, des Guten sowie der natürlichen und übernatürlichen Brüderlichkeit" zu stellen, betont der Papst.
Ein zentrales Bewährungsfeld stellt heute die Herausforderung der Bioethik dar, so der Papst weiter, "wo auf radikale Weise die Möglichkeit einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung selbst auf dem Spiel steht". Hier sei zugleich ein "äußerst heikler und entscheidender Bereich" betreten, "in dem mit dramatischer Kraft die fundamentale Frage auftaucht, ob sich der Mensch selbst hervorgebracht hat oder ob er von Gott abhängt".
So werde die soziale Frage im letzten heute zu einer anthropologischen Frage, wenn der Mensch die technischen Mittel seiner vollständigen Manipulation in Händen halte. In-vitro-Fertilisation, Embryonenforschung, Klonen, Hybridisierung und auch die "tragische Plage der Abtreibung" seien da Ausdruck des "Absolutheitsanspruch(s) der Technik" und einer "Kultur des Todes", warnt der Papst. Im Blick auf das Lebensende finde diese technisierte "Kultur des Todes" sich etwa in einer um sich greifenden Euthanasie wieder. Hinter all diesen Entwicklungen stehe laut Benedikt XVI. der Versuch, die menschliche Würde zu leugnen.
"Christlicher Humanismus"
Zum Schluss betont Benedikt XVI. noch einmal den "christlichen Humanismus" als die "große Kraft im Dienst der Entwicklung" der Welt. Ein Humanismus, der Gott ausschließe, sei ein "unmenschlicher Humanismus". Nur ein für das Absolute offener Humanismus könne die Menschen in der Verwirklichung sozialer und zivilen Lebensformen leiten, da er sie vor der Gefahr bewahre, "zu Gefangenen von Moden des Augenblicks zu werden".







