Benedikt XVI. setzt Argumentation seiner Sozialenzyklika "Caritas in veritate" fort - Zur Überwindung der "sozialen Ungleichheiten" sind Wirtschaftskonzepte notwendig, die die Entwicklung "global neu durchdenken"
Vatikanstadt, 12.7.09 (KAP) In der Welt von heute gibt es "soziale Ungleichheiten" und "ungerechte Strukturen", die "unerträglich" sind. Dies betonte Papst Benedikt XVI. am Sonntag beim Angelusgebet auf dem römischen Petersplatz. Diese Situation verlange nach einer "koordinierten Strategie, um dauerhafte globale Lösungen zu erzielen". Der G 8-Gipfel in L'Aquila habe die dramatischen und drängenden Probleme der Welt deutlich aufgezeigt, sagte der Papst. Die Gipfelteilnehmer hätten die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens unterstrichen, um der Menschheit eine bessere Zukunft zu sichern.
Die Kirche biete keine technischen Lösungen an, stellte Benedikt XVI. klar. Sie sei aber "Expertin in Sachen Menschlichkeit" und biete allen die Lehre der Heiligen Schrift über die Wahrheit vom Menschen und die Botschaft von der Liebe und der Gerechtigkeit an. Die Welt brauche Wirtschaftskonzepte, die die Entwicklung global neu durchdenken und sich auf das ethische Fundament der Verantwortung vor Gott und den Menschen gründen, sagte der Papst unter Bezugnahme auf seine neue Enzyklika "Caritas in veritate".
Benedikt XVI. erinnerte daran, dass bereits sein 1978 verstorbener Vorgänger Paul VI. in seiner Enzyklika "Populorum progressio" den weltweiten Horizont der sozialen Frage betont hatte. Auf diesem Weg habe auch er mit der Enzyklika "Caritas in veritate" weiter voranschreiten wollen, so der Papst. Die Lösungen für die aktuellen Probleme können nicht allein "technischer" Natur sein, sie müssten vielmehr alle Erfordernisse der menschlichen Person - "mit Leib und Seele" - in Betracht ziehen.
Eine "Absolutsetzung" der Technik würde eine düstere Zukunft für die Menschheit bedeuten, betonte Benedikt XVI. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf "bestimmte Praktiken, die dem Recht auf Leben widersprechen", betonte er, ohne Fragen der Bioethik direkt beim Namen zu nennen.
Trotz der schwierigen Situation von heute blicke die Kirche voll Hoffnung auf die Zukunft; sie erinnere die Christen daran, dass die Verkündigung Christi der "erste und wichtigste Faktor der Entwicklung ist", so Benedikt XVI.






