Italiens Wirtschaftsminister Tremonti schätzt die Bedeutung von "Caritas in veritate" so hoch wie die der ersten Sozialenzyklika "Rerum novarum" ein
Vatikanstadt-Rom, 23.7.09 (KAP) Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone wird am kommenden Dienstag, 28. Juli, im italienischen Senat einen Vortrag über die neue Papstenzyklika "Caritas in veritate" halten. Senatspräsident Renato Schifani hat Kardinal Bertone dazu eingeladen. Der Kardinal-Staatssekretär besuchte den Papst am Mittwoch in Les Combes zum Mittagessen, um Details seiner Präsentation der Enzyklika zu besprechen.
Der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti hat inzwischen die Enzyklika als "Führer für die Politik" im noch unbekannten Gelände der globalisierten Welt bezeichnet. Das wirtschaftsethische Lehrschreiben sei "das erste und umfassendste Handbuch" zur Orientierung, erklärte Tremonti laut der italienischen Tageszeitung "La Repubblica".
Tremonti sagte weiter, in den vergangenen 20 Jahren hätten sich "die Struktur und das Tempo der Welt" so weit verändert, dass die alten Kategorien nicht mehr gültig seien. Dem neuen Lehrschreiben des Papstes käme daher eine ähnliche Bedeutung zu wie der Enzyklika "Rerum Novarum" von 1891, dem Grundstein der katholischen Soziallehre.
Der vatikanische Ethik-Experte Erzbischof Rino Fisichella nannte die Enzyklika laut der Zeitung eine Aufforderung, die Menschlichkeit in der Wirtschaft wiederzuentdecken. Das bedeute, "den Migranten nicht als eine Nummer oder bloße Arbeitskraft zu betrachten, den jungen Menschen stabilere Perspektiven zu geben und Arbeitssicherheit zu garantieren", sagte Fisichella.






